07.02.2026 Jugendzentrum Westwerk mit: Beast, Aeon Of Disease, Flashworks und Phantom Corporation
Obwohl die letztjährige Ausgabe als Vol.0 betitelt wurde, laden Flashworks dieses Jahr zur Zweiten Ausgabe ihres Waking The Ghouls Festivals in das Jugendzentrum Westwerk ein. Für unter 20€ bekommt man an einem Samstag Abend drei starke Death Metal Bands und einen Heavy Metal Opener. Fairer Deal.
Beim Einlass ist aber erstmal selbst die Verwirrung verwirrt. Steht auf der Facebook Veranstaltung und den Tickets der Einlass für 18:30 Uhr, handelt es sich dabei um einen groben Fehler. Denn eigentlich soll erst um 19:00 Uhr rein gelassen werden. Einige wenige gingen sogar von 18:00 Uhr aus. Was war da denn los? Man weiß es nicht. Egal im Edeka nebenan kann man sich noch schnell ne Ballerbrause für zwischendurch holen. Und weil ich + 20 auf Redegewandtheit habe, muss ich meine Dose Desperados nicht mal selber bezahlen, sondern bekomme sie ausgegeben von einer, ebenfalls auf den Einlass wartenden, Dame im Unleashed Hoodie. Aber um ehrlich zu sein. Desperados hatte ich besser in Errinerung.
18:30 Uhr es ist endlich Einlass. Bevor mit Beast der Abend eröffnet wird schaue ich mal kurz über das reichhaltige Merch Angebot. Alleine Phantom Corporation belegen einen ganzen Tisch mit Shirts in verschiedenen Farben zu fairen preisen zwischen 15€ und 17€. Erstmal zuschlagen! Jetzt noch ein Bierchen und ab an die Bühne.
Beast sind mit ihrem Heavy Metal heute die Exoten. Ich persönlich hätte sie zwar zur Auflockerung in die Mitte des Billings platziert, aber zur gechillten Einleitung des Ballermarathons eignen sie sich auch. Zum Intro mag man noch kurz denken AC/DC würden gleich „Hells Bells“ runter zocken. Aber der Glockenschlag von Big Ben leitet den Opener „Behead The Dragon“ ein. Der Gitarrengurt in Regenbogenoptik setzt ein klares Signal zur derzeitigen politischen Lage. Ich meine auch kurz auf den Socken des Gitarrist und Sänger `FCKNZS` lesen zu können, sicher bin ich mir aber nicht. Stabile Haltung trifft jedenfalls auf stabile Musik. „Ancient Powers Rising“ zum Beispiel. Passend zum Namen des Festivals widmet man den Song „Ghouls In The Night“ allen Ghouls. Das macht der Mann hinterm Mikro so dermaßen überzeugend und trocken, dass ich kurz glaube es handle sich dabei um eine weiter Personengruppe aus der LGBTQ+ Community. Tut es aber nicht, er meinte tatsächlich Zombies. „Shadows From The Arcane Tower“ schließt den Gig dann stilvoll ab. Guter Auftakt.
Mit Aeon Of Disease betritt die erste Death Metal Band die Bühne und eröffnet mit „Dust Bowl“ und „Global Suicide“ das Schlachtfest der Ballermusik. Hier ist wirklich nichts mehr melodisch. Die Band ballert in einem stoischen Tempo genau auf der Hälfte zwischen Sunn O))) und Dragonforce schwere Riffs herunter. Es ist nicht wirklich Death Doom, dafür fehlt die spezifische Atmosphäre des Dooms. Aber allein schon Songtitel wie „Edge Of Purgatory“ oder Tragedy of Münden“ deuten an das sich hier Abgründe auftun. Ob es sich bei letztgenanntem Stück thematisch um einen Mordfall aus dem Jahr 2019 in Hannover Hegemünden handelt, weiß ich aber leider nicht.
Die Gastgeber, Flashworks, betreten die Bühne und damit auch der Mann mit der Lederschürze. Wie immer von seinem, von unten kommenden grünen Licht angestrahlt, mimet er den sympathischen Serienmörder aus der Nachbarschaft. „Shadows“, „Cannibal Cave“ und „Dead Men Working“ sind das eröffnende Triple. „Death By Autopsy“ klingt nach einer Todesart die man nicht erleben möchte. Vor der Bühne gibt es die ersten zaghaften versuche eines Mosh- und Circle Pits und die Band beendet ihren Gig mit dem, quasi, Titeltrack des Festivals. „Awaking Of The Ghouls“.
Ich stehe vor der Bühne mit unglaublich coolen Leuten (Die haben mir gesagt ich soll das so schreiben) die beim Blick auf die Setlist von Phantom Corporation direkt meinen das heute nur neue Stücke gespielt werden. Die Band aus Bremen deren Frontman ,Leif Jensen in Dortmund ansässig ist und der früher einmal bei Dew Scented am Mikro stand, spielen eine Mischung aus Thrash- Death Metal und Crust Core. Bassist Ulf Imweihe habe ich letzte Woche noch mit Slaughterday in Essen gesehen. Krankheitsbedingt sind die Jungs heute nur zu viert. Wer jetzt denk `Watte ma die sind doch in ihren Videoclips auch nur zu viert` der hat damit auch Recht. Doch es gibt ein fünftes Band Mitglied. Der Mann ist zwar für einen Großenteil des Songwritings verantwortlich, kann aber kein einziges Instrument spielen. Deshalb wird er Live von einem Session Musiker vertreten und eben dieser ist heute krank (Und kommt auch sonst in den Videoclips nicht vor). Technisch gesehen sind`s dann aber sechs oder? Gehen wir rein in den Set. „Liberty In Death“ heißt der Opener. Man spürt hier tatsächlich eine dominierende Thrash Kante in den Songs. „Sorcerer“, „Dead Inside“, „The Abyss“ oder auch „Crisis“ scheppern ordentlich in die Menge. Im Track „Krokodil“ geht es mit Nichten um das, seit Millionen von Jahren auf diesem Planeten lebende, Reptil, sondern um die gefährliche und tödliche Droge, die vor allem in Russland und dem Osteuropäischen Raum über die letzten Jahre traurige Popularität erhalten hat. „Distress“ ist der letzte Song des Abends bevor man im Anschluss das Abschluss Bierchen trinkt und noch ein paar Minuten mit den Musikern schnackt.
Geiler Abend Cheers.

Ja, war ein gelungener Konzertabend.