Testimony Records Metal Fest

31.01.2026 Essen Turock: Rats of Gomorrah, New World Depression, Nightbearer, Scalpture, Antromorphia, Slaughterday, Asphyx

Ein verspätetes Frohes Neues und herzlich Willkommen zum Neujahrsgerumpel. Testimony Records eröffnet das Jahr mit einer kleinen Werksschau ihrer Bands. Diese kommen ausnahmslos aus dem Bereich Death Metal. Ganz nach dem Motto: Where Sounds Becomes Carnage. Dafür opfere ich auch gerne die Live Übertragung des Royal Rumble.

Zur erste Band, Rats Of Gomorrah, komme ich leider zu Spät, so dass ich nur noch den letzten Song ihres 45 Min Sets mitbekomme. Es ist bereits brechend voll in der Halle obwohl das Ticket im VVK 52€ kostete. Zum vergleich, das 21 Jahre Turock Fest war umsont und damals war die Halle nur überschaubar gefüllt. Versteh das wer will, aber die Band hat es definitiv verdient das sie gehört wird. Es Handelt sich hierbei zwar um ein Duo, bestehend aus Gittarrist/ Vocalist und Drummer/ Backing Vocals. Lärm machen die Jungs aber für Fünf. Klare Haltung zeigt das zwei Mann Abrisskomando auch. `Trans Rights Are Human Rights` steht auf dem Shirt des Schlagzeugers. Was anderes lassen wir hier auch nicht gelten.

New World Depression eröffnen ihren Set mit „The Vault“. Viele ihrer Songs, wie zum Beispiel, „Burning Down“ oder „Overdose Of Humankind“ klingen im Aufbau sehr nach Melo Death. Zwar spielen sie diesen nicht, könnten aber mit einigen mehr Melodiebögen mühelos in den Göteborg Sound switchen. Das passt dann tatsächlich auch zu dem ehr melancholischen denn Brutalen Bandnamen. Die Jungs haben aber entgegen diesem sichtlich Spaß an dem was sie da machen. Das letzte Stück „Working With Flesh“ wird dann, passenderweise, der Fleischerinnung gewidmet.

Entgegen der Annahmen der Jungs von New World Depression, stehen jetzt noch nicht Antropomorphia sondern Nightbearer auf der Bühne. Gut das kann passieren. Beide Band Logos sind, auf den ersten Blick, schwer zu lesen. Warum die Band aber als dritter Act des Abends jetzt plötzlich ein vorgelagertes Drummset aufbaut weiß ich auch nicht. An der Performance der Jungs ändert das allerdings nichts. Die ist Top. Bemerkenswert finde ich, dass die Gitarren, in meinen Ohren, ehr Richtung Black Metal schrabbeln, als klassische Death Metal Riffs zu spielen. Aber ohne das man die Band jetzt in Richtung Black Death Metal schieben müsste. Ihr Frontmann sieht zu dem ein wenig wie ein jüngerer und nicht ganz so breiter Matt Bloom aus (ehemaliger WWF und WWE Wrestler u.a. als Albert, A-Train und Lord Tensai bekannt und heute Headcoach im WWE Performence Center) und trinkt sein Bier in aller bester Triple-H Manier.

Herzlich Willkommen zu Gute Idee / Schlechte Idee. Gute Idee: Sich ein Bier an der Bar holen bevor die nächste Band spielt. Schlechte Idee: Damit versuchen bei Scalpture durch einen aktiven Moshpit in die erste Reihe zu kommen. Das ganze geht tatsächlich so hart schief, das die entsprechende Person vom Pit so hart weg geyeeted wird, das sie ihr Bier in der gesamten vorderen Reihe verteilt. Eine Dame bekommt sogar dermaßen eine Bierdusche spendiert, dass ihre Freundinnen versuchen das kostbare Bier (0,5l Krombacher kosten immerhin 5€) aus ihren Haaren zu saugen. Dem Konzert Erlebnis tut das allerdings keinen Abbruch. Scalpture liefern gewohnt stabilen Death Metal und ihr Fronter ist mit Patronengurt und Napalm Death Shirt auch noch Stil sicher.

Der Preis für den am schwersten zu buchstabierenden Bandnamen geht an Antropomorphia (alter warum?). Auch weiß ich nicht was der Name bedeuten soll. Anthropomorphismus bezeichnet die Vermenschlichung von Tieren, doch mir erschließt sich die Verbindung zur Band nicht. Diese spielt, als Vier Mann Kombo, einen ausbalancierten Black Death Metal, inklusive Corpspaint und einem kleinen Altar am Bühnenrand. Auf diesem liegen dann allerdings tatsächlich Tierknochen.

Slaughterday sind der eigentliche Headliner des heuteigen Abends. Zumindest wenn es nach der Spielzeit geht. Den als einzige Band bekommen sie volle 60 Min satt der üblichen 45 Min. Die Band die im Kern aus dem Duo Jens Finger (V.) und Bern Reiners (G.) besteht, die beide so aussehen als würden sie bei WoW immer die Zwerge wählen, agiert auf der Bühne zu fünft. Dabei fällt vor allem Bassist Ulf Imweihe auf, der neben seiner Tätigkeit als Deaf Forever Redakteur, die den heuteigen Abend auch Präsentieren, auch in mehreren Death Metal Bands spielt (u.a. Phantom Corporation und Weak Aside) und wegen seiner langen grauen Haare , von meinem Nebenmann mit Hammerfalls Oscar Dronjar verglichen wird (Oscar ist aber Gitarrist). Die Band bietet einen von Bands wie Asphyx (was ein Zufall), Entombed und Massacre beeinflussten Sound, mit Texten die von Lovecraft inspiriert wurden. Ganz kurz biegt man auch mal in die Grind Richtung alla Repulsion ab bleibt allerdings stehts zugänglich.

Den Late Night Slot belegen dann die Holländer von Asphyx. Das der Death Doom der Jungs immer eine sichere Bank ist weiß jeder. allerdings verwundet mich dass Frontmann Martin angibt, dass man zuletzt kurz nach der Pandemie im Turock gespielt hat. Zumindest ist es dass was ich verstehe. Denn Fakt ist auch. Der Mann sprach schon mal verständlicheres Deutsch. Ob da jemand schon vor dem Gig zu viel getrunken hat? Dem Auftritt schadet es nicht. Der Sound ballert und Songs wie „Forrunners Of The Apokalypse“, „Death Hammer“ oder das abschließende „Last one On Earth“ kannste immer bringen.

So genug Death Metal für heute. Hab Hunger ab zu Mecces und Cheers.

PS: Hab den Royal Rumble natürlich am nächsten Tag nachgeholt.

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