Neben Wacken und dem Summerbrezze hat sich ein weiters Festival über die Jahre im Bereich des gemischten Metals etabliert. Das Rock Harz in Ballenstedt. Unterhalb der Teufels Mauer auf dem Flugplatz Ballenstedt schlägt Anfang Juli das Herz der Metalfans, denen Wacken zu kommerziell und das Summerbrezze zu weit ist. Aus einer einstigen Alternative zu diesen Festivals, ist über die Jahre eine Feste Instanz im Open Air Kalender der (nicht nur) Deutschen Szene geworden. Stammlesern meiner Gazette ist dieses Festival schon längst bekannt. Aber für Neueinstiger in dieses Magazin. Last mich euch abholen.
Das Rock Harz findet traditionell in der ersten Juli Woche statt. Dieses Jahr vom 01.07 bis zum 04.07. Vier Tage Live Musik auf zwei Bühnen ohne Überschneidungen. Dass allein ist doch schon ein Verkausargument. Aber klar ihr wollt natürlich wissen „wer spielt´n da jetzte?“. Gehen wir als doch einmal auf die wichtigsten Bands und Künstler ein, die ihr, wie oben erwähnt, wenn ihr wollt wirklich alle sehen könnt.
Headliner
Helloween: Muss ich euch diese Band wirklich noch vorstellen. Die Hamburger Metal Legende ist seit ihrer „Pumpkings United“ Tour wieder mit Kai Hansen und Michael Kiske vereint. Zusammen mit Andi Deris haben wir damit drei Sänger und insgesamt 7 Musiker. Ihr kitschfreier Power Metal bestimmte die Deutsche Metallandschaft schon in den 80ern und wird es hoffentlich auch noch einige Jahre länger tun. Happy Happy Helloween.
Alice Cooper. Bereits im letzten Jahr durfte der dänische Adel, King Dimond, sein Horrortheater auf dem Rock Harz aufführen. Dieses Jahr wird sein amerikanischer Kollege Alice Cooper für euch tausend Tode auf der Bühne sterben. Egal ob durch die Guillotine, den Säbel oder weil er sich in Frankensteins Monster verwandelt. Kniet nieder vor der Bühne und lasst alle wissen „Wir sind unwürdig“.^^
Kreator: Thrash Metal Altenessen. Seit den 80er. randalieren sich Kreator durch die deutsche und die Internationale Szene. über die Jahre sind sie melodischer und damit auch ein stückweit eingängiger geworden. Ihren Still verlassen haben die Essener aber nie. Sie sind gern gesehene Widerholungstäter auf dem Rock Harz und werden bestimmt auch das ein oder andere Stück aus ihrem aktuellen Langdreher „Krushers Of The World“ in die Meute ballern.
Feuerschwanz: Der „Knightclub“ ist eröffnet. Wenn Steffan Raab meint Metal sei nichts für Frauen, dann frage ich mich warum auf jedem Konzert der Mittelalter Rocker neben Meet auch die Mietzen am Start sind? Einst als Blödelbarden und Mittelalter J.B.O. verschreien, was sicherlich auch an ihrer Herkunft Erlangen liegen könnte, hat sich `des Hauptmanns Geiler Haufen` in den letzten Jahren zu einer Ernstzunehmenden Institution im Mittelalter E- Gitarren Sektor entwickelt. Es ist eh schon eine kleine Tradition wenigsten eine Band mit Bezügen zum Mittelalter als Headliner zu booken. Feuerschwanz reihen sich damit in die Riege zwischen Amon Amarth und In Extremo ein.
Und sonst so?: Das, eigentlich aus Finnland stammende Konzept, Heavy Saurus hat auch einen deutschen Ableger. Dieser wird, gewohnt familienfreundlich, seinen auf Kinder spezialisierten Metal dar bieten. Dies aber in einer so guten Quallität dass sich selbst die Eltern, oder Singlemänner jenseits der dreißig mit innerem Kind angesprochen fühlen können.
Ex Deo sind eine dieser Bands die man gerne öfter sehen würde. Lange war es still um die kanadischen Geschichtsnerds mit Interesse am Römischen Reich. Ihre Mischung aus Melo Death und Death Metal, texten über das Antike Rom und die dazugehörige optische Aufmachen machen schlicht einfach nur Spaß. Und weil man hier locker zwei für einen bekommen kann, hat man sich mit Kataklysm auch gleich noch die Hauptband gesichert. Selbe Beschreibung wie bei Ex Deo. Nur ohne römischen Bezug.
Nach der Auflösung von Children Of Bodom entstand eine Lücke die spätestens mit dem Tod von Alexi Leiho und dem damit verbundenem wegbrechen der nachfolge Band Bodom After Midnight, in der Melo Death Szene klaffte. Ex COB Keyboarder Janne „Warman“ Wirman möchte diese Rolle übernehmen. Mit seiner Band Warman, die es auch schon zu aktiven Zeiten der Bodoms Kinder gab, nimmt er sich dem Sound der finnischen Ikone, der er selber angehörte, an. Dazu wird er u.a. von Ensiferums Petri Lindross an der Gitarre und dem Gesang unterstützt. Dieser ist zwar nicht Alexi. Kommt seiner stimme aber erstaunlich nahe.
Und wo wir gerade bei Petri sind. Ensiferum bringt er auch gleich mit. Folk Melo Death und schlachten Epose gehen halt immer.
Auch der ehemalige Ozzy Gitarrist Zakk Wylde gibt sich die Ehre und haut euch mit Black Label Society besten modernen Heavy Metal um die Ohren. Das der Mann ein herausragender Gitarrist ist muss ich euch wohl nicht noch erklären.
Mit Emperor kommt auch die Black Metal Fraktion nicht zu kurz. und nach dem Britta Görtz im letzten Jahr bei Heaven Shall Burn ausgeholfen hat, kommt sie dieses mal mit ihrer eigenen Melo Death Kapelle Hiraes nach Ballenstedt.
Weitere bestätigte Bands sind Agnostic Front, Airbourne, Annisokay, Avatar, Betontod, Biohazard, Crypta, Danko Jones, Die Apokalyptischen Reiter, Dogma, Dominum (Album Realese Show), Doro, Drone, Fiddlers Green, Final Cry, Finntroll, Gothminister, Habe Nichtse, Haggefugg, Harakiri For The Sky, Hämatom, Knorkator, Majestica, Mittel Alta, Motorjesus, Necrotta, Paradise Lost, P:O:D, Rauhbein, Rodeo 5000, Sagenbringer, Soen, Soulbound, Stahlmann, Steven Seagulls, Subway To Sally, Tailgunner, The Haunted, Walls Of Jericho und Watch Me Rise.
Abseits der Musik bietet das Festival aber auch ein reichhaltiges Food Angebot. Von Fleischhaltig über vegetarisch bis Vegan ist alles dabei. Und auch das Inklusionskonzept wird Jahr für Jahr immer weiter ausgebaut. Neben Rollstuhlgerechten Camps mit Fahrwegen und Tribünen im Infield. Gibt es auch eine App für Blinde und Sehbehinderte Menschen die die Nutzer sicher an das gewünschte Ziel bringt. Auch politisch ist das Festival stabil. Ursprünglich mal als eine Rock gegen Rechts Veranstaltung hervorgegangen spürt man diesen Spirit noch überall auf dem Gelände. Egal ob „Kunst Gegen Rechten Scheiß Kack Dreck“ oder die schlichte Tatsache das es hier keine Bandbookings von Fragwürdigen Grauzonen Acts gibt. Hier ist jeder Willkommen. Zwar ist das Festival schon seit Monaten ausverkauft. Über den Festival eigenen Zweitmarkt für bereits gekaufte Tickets wird man aber trotzdem immer mal wieder fündig. Unentschuldigtes fehlen is also nich. Dann sehen wir uns also ab erstem Juli in Ballenstedt. See You At The Devils Wall und Cheers.
