02.08.2026 Bastard Club in der Skatehall Osnabrück
Es ist Sonntag. Hinter mir liegt bereits die erste Nacht des WWE Summer Slam und zwei Stunden „Das Cringe Fest der Rock Musik“ in Form des ZDF Fernsehgartens. (Das Review habta ja alle gelsene). Jetzt muss auch mal wieder ein echtes Konzert her. Am besten was thrashiges wie Sacred Reich.
Ich war länger nicht mehr im Bastard Club. Die Renovierungen schreiten langsam voran. Die Holzwand ist einer gemauerten gewichen und vor der Tür zum Innenraum öffnet sich eine dicke Doppel-Flügeltür. Knackig warm ist es im Inneren aber trotzdem noch. Deshalb wird jetzt in eine ordentliche Belüftungsanlage investiert. Also gilt auch für euch. Support Your Local Bastard Club. Den jedes Getränk das ihr extra trinkt wird in die Location investiert.
Da die Welt gerade richtig am Arsch ist, brauchen wir eine Taskforce. Wie wäre es mit der aus Münster stammenden Thrash Metal Institution Taskforce Toxicator. Die Fünf passen gerade so auf die kleine Bühne. Das Vorgelagerte Schlagzeug hat man, platzbedingt, in die rechte Ecke der Bühne verfrachtet. Mit „Die Alone“ und „Mindbreaker“ randaliert das intergalaktische Thrash Geschwader los. Aber auch in den Weiten der Galaxie gilt, Metal war schon immer politisch. Rechtes Gesocks kann sich verpissen. Ja so deutlich muss es mal jemand sagen auch in Form eines Songs namens „Revived Scum“. Zum Stück „Laser Samurai“ werden aufblasbare Lichtschwerter ins Publikum gereicht, die sämtliche Farben die die Star Wars Galaxis kennt, abdecken. Blau (Padawan), Grün (Jedi/Meister), Violett (Mace Windu), Rot (Sith /Akrolyth) und Gelb für den Republikanischen Sicherheitsdienst. Damit gibt’s ne epische Lichtschwert Schlacht. Auch wenn ich dafür als Soundtrack ehr John Williams „Duel Of The Faith“ passender gefunden hätte. Zu „Intergalactic War“ steht der Mann am Mikro dann selber mit einem grünen Lichtschwert auf der Bühne. Aber keinem Aufblasbaren, sondern einem aus Kunststoff das wirklich leuchtet. Jungs sind Jungs. Die kurze „Angel Of Death“ Zitierung im genannten Song fügt sich nahtlos ein. Das die Band ein Faible für Scifi und Aliens hat wird auch mit dem nächsten Song „If It Bleeds“ deutlich. Der Schwarzenegger One Liner `If it bleeds, we can kill it` im Intro ist einfach ein Burner. Mit „Opressor“ schließen wir das ganze dann ordentlich ab.
Mittlerweile kann man die Luft in der Halle schneiden. Es fühlt sich schon wie Kardiotraining an nur mit dem Kopf im Tack zu nicken. Sacred Reich betreten zu Led Zeppelin`s „Immigrant Song“ die kleine Bühne und eröffnen mit den Worten `No Truth, No Justice „The American Way“. Das ist ein politisches Statement! Die Band war einen Tag zu vor noch in Wacken aber Phil Rind freut sich dennoch über die industrielle Atmosphäre der Location. Immerhin haben Sacred Reich Jahre ihrer Karriere in kleinen Clubs und alten Industriehallen verbracht. Und außerdem ist es Phil egal wo er spielt oder vor wie vielen Leuten. Hauptsache er darf spielen. Sympathisch! weniger sympathisch sind leider die Merchpreise von 35-40€ für ein Shirt. Klar da sind sie nicht die einzigen mit. Aber wenn Bands zunehmend ihren Lebensunterhalt über den Verkauf von Merchandise bestreiten müssen, ist es vielleicht nicht ratsam Preise für eben jenes zu verlangen bei dem sich Fans fragen ob sie sich jetzt für ein einfaches T-Shirt prostituieren müssen oder eine Niere verkaufen sollen. Für ersteres sind wir zwar hinter dem Hauptbahnhof an der richtigen Adresse. Aber es ist noch zu früh da dies eine Matinee Show ist. Seis drum die Band spielt weiter, wir schwitzen weiter. Das Set umfasst so gut wie alle Klassiker. Von „Ignorance“ über „Indipendent“ oder auch „Death Spuad“ ist alles dabei. Auch Jonny soll in „Who`s To Blame“ die Musik leiser drehen. Im Gegensatz zur Vorband setzen Sacred Reich nicht viel auf Show sondern lassen die Musik für sich sprechen. Zum Abschluss gibt es dann noch mal mit „Surf Nicaragua“ den vollen Abriss. Deckel drauf das wars. Jetzt schnell nach Hause noch ne runde pennen und dann die zweite Nacht vom Summer Slam gucken. Cheers
PS: Ich muss wohl niemanden sagen dass ich im Besitz von fünf verschiedenfarbigen Aufblasbaren Lichtschwertern bin. Jungs bleiben halt Jung.
