Rock Hard Festival 2026

22.05 – 24.05 2026 Amphitheater am Nordsternpark Gelsenkirchen

Es ist Pfingstwochenende und das bedeutet, Deutschlands einflussreichstes Metal Magazin (neben der Heavy Stage Force natürlich^^) lädt wieder zu seinem eigenen Open Air ins Amphitheater Herne West ein. Doch dieses Jahr ist alles etwas anders, etwas improvisierter. Willkommen zum Rock Hard Festival 2026 Baustellen Edition.

Wer das Festival, wie ich, regelmäßig besucht kennt seine gewohnten Wege, auch nach dem letztjährigen Umzug auf den neuen Campground. Doch der Umbau für die Internationale Garten Ausstellung (IGA) 2027 ist komplexer als gedacht und wirft hier mal jede Gewohnheit in den Müll. Das Gesamte Festivalvorfeld ist komplett umstrukturiert. Die bekannten Imbissbunden stehen nun schon direkt hinter dem Parkplatz. Die Bändchenausgabe ist dieses Jahr an der Stelle, wo normal das Sanizelt seinen Platz hatte. Das Partyzelt ist zusammengeschrumpft und auf dem Vorplatz gibt es kaum bis keine Toiletten mehr. Dafür muss am Abend schon das Theatergelände geöffnet werden. Somit erhascht man aber immerhin einen Blick auf das Stilvoll beleuchtete Halbrund. Diese Änderungen sind leider unumgänglich da sich in der direkten Nachbarschaft Baukräne und Bagger befinden. Vom alten Campingelände ist nur noch der Kohlebunker übrig und selbst an dem hängt ein Baugerüst. Und wer jetzt glaubt dass wars schon. Nein! Selbst auf dem Festivalgelände selber steht eine halbfertige Holzempore und sogar die Brücke zum Campingplatz muss mit Bauzäunen gesichert werden, da die Brüstung ausgetauscht wird. Immerhin werden aber auf dem Weg zwischen Campground und Festivalvorplatz einige Toiletten aufgestellt. Ah Ja der Haupteingang des Geländes wurde zwangsläufig ebenfalls verlegt, und zwar auf den eigentlichen Ausgang des Geländes. Es fühlt sich wirklich alles wie eine Baustelle an. Das Festival selber kann da natürlich nichts für. Die Sorge besteht aber auch in diesem Jahr wieder, das die Schnapsidde der IGA im kommenden Jahr höchst problematisch, nicht nur, für das Rock Hard Festival werden könnte.

Freitag: 22.05.2026

Eine weitere Neuerung ist die, dass es einen Bandcontest auf dem Rock Hard gibt. Dieser läuft unter dem, doch ehr sehr an Hip Hop anspielenden Namen, New Kids In The Pott und wird u.a. in Zusammenarbeit mit Radio BOB und der Wacken Foundation ausgetragen. Tendenziell ne geile Idee! Aber warum alle drei Bands direkt am Freitag als Eröffnung spielen müssen, erschließt sich mir nicht. Denn das sorgt dafür dass nicht wenige Besucher doch lieber länger auf dem Campground verweilen und lecker Bierchen süffeln als sich drei, ihnen unbekannte, Bands anzusehen. Konstruktive Kritik fürs nächste Jahr. Drei Tage drei Bands, eine für jeden Opening Slot.

Dennoch schaue ich mir zumindest zwei der Drei Bands an.

Majak aus Neumünster sollte man nicht verwechseln mit den Mayak aus Bielefeld. Letztere spielen melodischen Black Metal. Diese Jungs hier, mit J geschrieben, spielen einen sehr okkulten Hard Rock mit starker 70er Prägung.

Prophets Of The Rising Dead kommen aus Sachsen-Anhalt haben aber definitiv schon von Göteborg gehört. Ihr moderner Melodic Death Metal hat so manche Trademarks der schwedischen Szene, ohne dabei wie ein Rip off zu wirken. Definitiv stehen die jüngeren In Flames Alben hier Pate. Das ganze aber mit mehr Fokus auf den Death Metal als auf die zuletzt recht modernen Einflüsse der Schweden. Der Vollständigkeit halber erwähne ich auch Maamuut, die im Kontext dieses Band Contests an zweiter Position auftraten. Deren Auftritt ich allerdings nicht verfolgt habe.

Wir starten ins eigentliche Hauptprogramm. Nackbreakker aus Silkeborg in Dänemark sind vielen vielleicht noch unter ihrem original Namen Nakkeknaekker ( was das selbe nur auf Dänisch bedeutet) bekannt. Das letzte mal sah ich sie noch unter eben diesem Namen auf dem Rock Harz. Damals war keiner der Musiker volljährig. Jetzt dürften die Jungs knapp das Alter erreicht haben um auch außerhalb von Deutschland ein Bier kaufen zu dürfen. Trotz des jungen Alters hatte die Band immer schon ein Gespür dafür wie Death Metal klingen muss. Eingängige Riffs, tiefe Growls und Shouts und immer scharf an der kante zwischen stumpf und melodisch. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist zwar das Outfit ihres Fronters, der in Shorts aber dafür mit The North Face Windbreaker (Anorak für die älteren unter euch) auf der Bühne steht. Hätte er noch weiße Socken und Sandalen an, könnte er die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. Dennoch ballern die Jungs ein Intensives Set raus das mich, ohne Witz, so sehr zum Headbangen animiert, das ich den Rest des Tages Kopfscherzen habe. Tja ich muss mir wohl auch eingestehen keine 20 mehr zu sein (und auch keine 30 mehr).

Angel Witch sind definitiv eine der wichtigsten Bands der New Wave of British Heavy Metal. Trotzdem erscheint es mir so dass sie im Kontext immer untergehen zwischen Iron Maiden, Judas Priest, Motörhead und sogar Diamond Head. Obwohl sie mit letzt genannten eines vereint. Der überlebensgroße Mitsingsong auf den man beide beschränkt. Was bei Diamond Head „Am I Evil“ ist, ist bei Angel Witch… ja halt „Angel Witch“. Das die Britten um Kevin Heybourne wesentlich mehr zu bieten haben zeigt sich beim Blick auf die Setlist. Ganze 11 Songs kredenzt man dem Amphitheater Publikum. Darunter der Opener „Atlantis“ oder auch „Window Of Despoir“. Das die Jungs aber einen Spleen dafür haben ihren eigenen Bandnamen anteilig in Songs unterzubringen beweisen dann Stücke wie „White Witch“, Angel Of Death (nicht verwandt oder verschwägert mit dem Slayer Stück) oder eben der Rausschmeißer „Angel Witch“. Auf letzteren hat, gefühlt, eigentlich jeder gewartet.

Wir sind jetzt mitten im laufenden Festival und eines wird trauriger weise nun sehr ersichtlich. Das Festival ist weit entfernt von Ausverkauft. Nun war das Rock Hard in den letzten Jahren auch nicht immer Sold Out. Doch hat man sich über die Jahre eine treue Fanbase aufgebaut die selbst in den Jahren mit nasskalten Sauwetter und Sturmböen, mit Bierchen vor der Bühne stand. Doch die Teuerungen der letzten Monate die durch den Irankrieg und den puren Unwillen seitens unserer rechtskonservativen Regierung, diese für den Bürger abzufedern und erträglicher zu machen, sorgen dafür das viele es sich schlicht und ergreifend nicht leisten können. Auch ich musste mein Ticket mit einem Zahlungsaufschub kaufen. Die Tatsache das nicht nur ich sondern gleich mehrere meiner Mitcamper erzählen sie haben eine `Wir vermissen dich` E-Mail vom Rock Hard bekommen spricht Bände. Auch am Anreisetag sind auf dem Campground noch bis in den Abend hinein riesige Lücken festzustellen. Auch der Caravan Platz, der sich vor dem Amphitheater auf dem regulären Parkplatz befindet, ist alles andere als gut gefüllt. Leider ändert sich das auch am folgenden Tag nicht und das Resultat ist, dass das Theaterrund zwar nicht leer ist, aber man schon merkt das deutlich weniger Menschen anwesend sind. Auch die Begrüßung von Rock Hard Herausgeber Holger Stratmann beginnt mit einer Danksagung an alle die trotzdem gekommen sind. Das sei schon lange nicht mehr Selbstverständlich. Rechte Politik zerstört (Sub) Kultur. Das sehen wir hier gerade enorm.

Zurück zur Musik. Armored Saint spielten zuletzt 2018 auf dem Rock Hard. Heute bekommen sie aber ihren ersten Headliner Slot. Zudem erscheint heute auch ihr neues Album „Emotion Factory Reset“ Welt Weit. Es ist also das erste Konzert der Gepanzerten Heiligen, bei dem sie uns neue Songs dieses Albums präsentieren werden. Dafür wird sogar der WDR den kompletten Gig live streamen. Auch hörte ich davon das es Listining Sessions für das neue Machwerk auf dem Rock Hard geben soll. Verifizieren kann ich das allerdings nicht. Die sympathischen Amis eröffnen ihre Show auch direkt mit dem neuen „Close To The Bone“ um dann direkt ihren Überklassiker „March Of The Saints“ rauszuhauen. Das spricht für das Selbstbewusstsein der Band aber auch für die Qualität der Songs an sich. Nach einer Klassiker Kaskade aus „Last Train Home“, „Win Hands Down“ und „Symbol Of Salvation“ erfolgt mit „Hit A Moonshot“ noch ein Stück der neuen Platte. Die Jungs setzten nicht unbedingt auf viel Show. Wobei das sympathische Posen und der Ausflug ins Publikum von Sänger John Bush, da schon ausreichen um die Menge zu unterhalten. Nach gut anderthalb Stunden beendet man den Abend mit „Mad House“. Das stück ist zwar eine Eigenkomposition und wesentlich Älter als John Bush´s Tätigkeit bei Anthrax. Aber ist schon witzig dass beide Bands einen Song dieses Namens im Repetitor haben. Dann erstmal gute Nacht.

Samstag 23.05.2026

Der Morgen beginnt erstmal damit dass ich mich die Nacht zuvor selber im Zelt eingesperrt habe. Wie hab ich das gemacht? Naja den Stoff zwischen den Reißverschluss eingeklemmt. Alleine bekomme ich den nicht mehr auf. Aber da sich hier nur stabile Menschen befinden, bekomme ich schnell externe Hilfe. Jetzt bin ich verdammt froh das ich nachts nicht doch mal auf Toilette musste.

Mit Wytch Hazel beginnt für mich der musikalische Teil des Festivals. Das der Begriff White Metal unter den Christlichen Bands verpönt ist, ist mir bekannt. Aber die Briten legen es doch förmlich drauf an. Weißes Backdrop, weiße Drumriserschürze und weiße Bühnenoutfits. Letztere haben es eh in sich. Wer in den 90ern groß geworden ist könnte noch Mel Brooks `Robin Hood Helden in Strumpfhosen` kennen. Stellt euch das in weiß vor und ihr habt Wytch Hazel. Dennoch ist die Musik der Britten ernst gemeint. Die große Christliche Keule schwingt man allerdings nicht. Die Texte beziehen sich zwar auf die Bibel und Glaube, können aber auch losgekoppelt von dessen funktionieren. Dazu ist der Mix aus Hardrock und Heavy Metal zudem auch eingängig genug. Fun Fact: Keine weiter Band hat einen Song in der Setlist in dem das Wort `Lucifer` so oft vorkommt wie bei Wytch Hazel`s „Lucifer“. Nicht mal die am nächsten Tag spielende Band selben Namens. Das musst du erstmal schaffen.

Die Amis von Hirax sind schon, ohne auch nur einen Ton gespielt zu haben, ein lebendes Anti Trump Statement. Nicht nur kommt die Band eh schon aus Kalifornien, haben sie mit Kanton W. Pena einen schwarzen Frontmann, der heute auch noch ein Wandy O`Williams Shirt trägt. Gitarrist Mike Guerrero (Wrestling Fans lieben diesen Familiennamen) scheint, was den Namen betrifft, mexikanische wurzeln zu haben. Mit der Feder am Bass könnte er aber auch Native American Wurzeln haben. Jedenfalls ist sicher. Die Ami Thrasher sind stabile Demokraten. Und auch metallisch geht’s hier stabil zur Sache. Kanton ist mit Abstand heute der zweit charismatischste Frontmann. Wie groß der Einfluss der Band auch in Deutschland ist, sieht man an der Tatsache dass ex – Sodom Gitarrist Andy Brinks uns noch vor dem Gig auf der Bühne sein Lieblings Hirax Album präsentiert. Im Späteren verlauf darf er dann auch mit den Jungs einen Song zocken. Das stößt beim Auditorium auf gemischte Gefühle. Die einen respektieren ihn immer noch für seine Leistungen bei Sodom. Für die anderen ist er ein peinlicher Poser. Jeder wie er mag. Für mich ist nur traurig, dass „El Rusto Del Muerte“, der Song mit dem ich die Band kennen gelernt habe, nicht im Set ist.

Eine schwedische Band mit griechischem Namen die einen ur-britischen Stil spielt. Hällas zusammen. Es wird psychedelisch. Auch wenn die Jungs ihre Musik als Adventure Rock labeln, hört man den britischen Psychadelic Rock durch.

Slime sind mehr als eine Punk Band. Sie sind ein politisches Statement. Die Band um Schlagzeuger und Rurpott Rodeo Begründer Alex Schwers, bezieht Position. Nicht oft spielen Punk Bands auf dem Rock Hard, daher ist dies auch ein Zeichen gegen den grassierenden Rechtsruck und für Toleranz. Ihr Frontmann ist ein gutes Beispiel dafür. Nachdem Sänger Dirk Jora nicht mehr Teil von Slime ist, fanden sie seinen Nachfolger Michael „Elf“ Mayer Buchstäblich auf der Straße wo er lebte. Songs wie „Sie Wollen Wieder Schießen (Dürfen)“ sind leider aktueller denn je. Doch genau dieser Song zeigt auch auf wer in der Verantwortung steht `Die Menschen an den Grenzen sind die Geister die wir riefen`. Denn wer Frieden will, sollte keine Waffen verhöckern.

Mit Dark Tranquillity betritt eine der einflussreichsten Melo Death Bands der Szene die Bühne. Während Genre Kollegen wie In Flames über die Jahre versuchten ihren Stil moderner zu gestalten. Sind DT ihrer DNS treu geblieben. Ihr Set heute ist eine light Version ihrer letzten Tour, bei der sie sowohl das 30 Jahre alte „The Gallary“ als auch das 25 Jährige „Caracter“ Album am Stück spielten. Heute gibt es nur Auszüge des ganzen. Wie etwa “ The New Build“ vom letzt genanntem Werk. Aber auch Songs die zwischen diesen Beiden Platten entstanden wie etwa „Cathode Ray Sunshine“. Das Frontmann Mikael Stanne der unbestreitbare Mittelpunkt des ganzen ist, sollte inzwischen jeder wissen und auch Keyboarder Martin Brändström hat mittlerweile nur noch eine Bierflasche vor sich stehen.

Der Komplette Gegensatz zeigt sich bei Paradise Lost. Musikalisch sind die Britten aus Halifax England über jeden Zweifel Erhaben. Aber es ist schon für so gut wie jede anderen Kapelle eine Strafe nach einer Band mit Mikael Stanne auf die Bretter gehen zu müssen. Einem Frontmann der ein so großes Charisma hat, das es 5 Min vor ihm auf der Bühne ist. Nick Holmes dagegen hat die Ausstrahlung eines aus gestöpselten Kühlschranks. Es ist schon peak Performance dass der Mann das Mikro aus dem Ständer in die Hand nimmt. Mehr kann man nicht erwarten. Aber auch Gitarrist Gregor Mackintosh spielt ehr Standfußball. Auch wenn das Spotlight oft genug auf ihn gerichtet wird, spielt er einfach stoisch seine Riffs runter. Einziger Blickfang, das riesige Backdrop und die Plexiglasscheibe vor dem Schlagzeug. Klar will man eine Band wie Paradise Lost, die den Gothic/Doom Metal Salonfähig machte auch nicht im gleißenden Sonnenlicht, sondern lieber in der Dämmerung spielen lassen. Aber rein aus Entertainemtgründen währe ein Slottausch mit Dark Tranquillity Sinnvoll gewesen.

Sonntag 24.05.2026

In einem der Nachbarcamps erfahre ich, das gestern ein Pärchen im Partyzelt zu Blind Guardian`s „Valhalla“ Disco Fox getanzt hat. Sag mir dass du deutsch bist ohne mir zu sagen dass du deutsch bist. Anyway.

Mit The Neptune Power Federation startet mein Bühnenprogramm exzentrisch. Die (aus) Australien kommende Band wird im Programmheft mit den Schlagworten Glam, Groove und Groteske beschrieben. Frontfrau The Imperial Priestess Screaming Loz (Ja so nennt sie sich) betritt die Bühne nicht wie ihre Bandkollegen von der Seite. Nein sie schreitet erst einmal durch den Fotograben. Ihr Bühnenoutfit bestehend aus einem Gewand und einer Krone, die fast so wirkt als sei sie aus Wurzeln gewachsen (Nicht aus irdischen Wurzeln),ist der unumstrittene Blickfang. Die Musik selber ist dann eine Mischung aus Hard – und Prog Rock Elementen mit einem Hauch von Psychadalic.

Man merkt dass sich das Rock Hard stilistisch etwas neu orientieren möchte. Denn mit Nailed To Obscurity haben wir die dritte Melodic Death Metal Band in drei Tagen. Zugegeben Melodic Death ist etwas zu kurz gefasst. Die Wurzeln der Ostfriesen liegen sicherlich im schwedischen. Aber dazu kommt noch eine gewisse Menge an Prog. Daraus resultiert ein melancholisch düsterer Sound der mit Growl und Klargesang arbeitet. Die Stimmungsvollen Beleuchtungselement kommen sogar am Tag gut rüber und das Backdrop eines Fotos (mutmaßlich) in einer amerikanischen Metropole aufgenommen und auf den Kopf gedreht, holt mich irgendwie ab.

Lucifer müssen bei knallender Sonne aufs Brett. Stören tut das zwar nicht. Aber der düstere Mix aus Proto Metal und Hard Rock wäre in einer dunkleren Umgebung besser aufgehoben. Sängerin Johanna Platow (ex – The Oath) muss in ihrem schwarzen Lederoverall auch verdammt schwitzen. Zwischen Gus G. And Ronnie Romero so wie Uli Jon Roth mit seinem „Virgin Killer“ Set, sind die Berliner*innen mit ihrem 70er Sound aber dennoch gut aufgehoben.

Mikkey Dee (With Friends) ist das letzte langjährige Motörhead Mitglied das noch lebt. Zu Ehren seiner gefallenen Kameraden (Phil Campbell verstarb erst am 13 März diesen Jahres) spielt er ein komplettes Motörhead Set. Mit „Love Me Like A Reptile“ eröffnet die, im besten Sinne gemeinte, Tribute Band. Dabei wird schnell klar, man möchte die Musik und das schaffen der Band ehren, ohne diese zu kopieren. Denn gerade der Mann am Mikro versucht nicht einmal wie Lemmy zu klingen. Er hat seinen eigenen, nicht minder gut klingenden, Stiel. Zwischen den Songs greift Mikkey immer wieder selber zum Mikro und lockert die Show mit kleinen Anekdoten aus seiner Zeit mit dem Motörböss auf. „Iron Fist“, „The Chase Is Better Than The Catch“, „Orgasmatron“ und natürlich das unvermeidliche “ Ace Of Spades“. Alle Klassiker sind im Set. Ok eine Ausnahme gibt es. Das bei Fans ehr so semi beliebte „Going To Brazil“ ist aus der Setlist geflogen.

Dieser Tag war, abgesehen von Nailed To Obscurity, recht klassisch geprägt. Und so bleibt es auch beim Headliner. Saxon! Ein Jahr zuvor musste die britische Legende ihre Tour nach dem Rock Harz Gig abbrechen. Der Grund war Biff Byfords Gesundheit. Der Mann musste sich einer wichtigen Krebs Operation unterziehen und erlitt im späteren Verlauf auch noch einen Herzinfarkt. Umso schöner ist es ihn jetzt wieder auf der Bühne zusehen. Zumindest im musikalischen Sinne scheint ihn das alles nicht beeindruckt zu haben. Stücke wie „Power And The Glory“ oder „Heavy Metal Thunder“ sitzen perfekt. Bei „Denim And Leather“ hat auch Uli Jon Roth einen kurzen Gastauftritt. Obligatorisch werden natürlich auch wieder Kutten aus dem Publikum angenommen, allerdings nicht getragen sondern auf dem Drumriser drapiert. „Wheels of Steel“, „Crusader“ und „Princess Of The Night“ schließen den Abend und damit auch das Festival stielvoll ab.

Es war mir wieder ein inneres Fußbad Gast auf diesem Festival zu sein. Für die Gegebenheiten durch die Baustellen kann das Festival nichts. Auch nicht dafür dass die Betreiber der Toiletten anscheinend meinen, während der Hauptabreisewelle den Weg zwischen Campground und Parkplatz mit zwei großen LKW versperren zu müssen um die Dixis abzubauen und die Urinale noch vor Ort zu kärchern. Jeder versucht mit seinem Gepäck unbeschadet dem Siff auszuweichen. Gerüchte dass das Festival nun im nächsten Jahr umziehen müsse grassierten während der gesamten Tage immer wieder. Hoffen wir dass sie auch das bleiben. Gerüchte. Bis dahin verabschiede ich mich. Euer Inquisitor Priest Screaming Loz. Cheers.

Rock Hard

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