Reload Festival 2026

12.08 – 15.08.2026 Sulingen Niedersachsen

Wenn das Summer Breeze das Wacken des Südens ist, und Wacken das Wacken von Wacken. Dann ist das Reload wohl das kleine Wacken. Das Line up ist zu einem gewissen Punkt identisch mit dem des großen Bruder. Dennoch hat das Reload seine ganz eigene Identität.

Mittwoch 12.08 .2026

Schon die Anreise aus Osnabrück ist etwas besonderes. Nur knapp über eine Stunde Autofahrt, davon gerade mal 5 Min auf der A1, anschließend nur noch idyllische Landstraßen mit viel Gegend und Bundesstraßen die durch kleine Ortschaften führen. Als ich dann kurz vor Sulingen mein Ziel erreiche begrüßt mich schon das Ikonische Infield Portal mit den Worten Welcome Home. Zwar war ich noch nie hier, aber da sich das Festival selber als Safespace ansieht, und wohl auch viel dafür tut dass dies so bleibt, kann man diese Worte auch so Interpretieren. `Du bist zurück in einer Gesellschaft die dich, anders als unser immer rechter werdendes System, so akzeptiert wie du bist. Willkommen zurück nimm dir was zu trinken und genieße die Show`.Nach dem ich eingecheckt habe ( Ich bin als Journalist vor Ort und somit auch akkreditiert) und mich dafür entschieden habe, anstelle des VIP/Crew Campings auf einen der Regulären Campgrounds zu gehen, fängt das Abenteuer Reload erst an. Ich nähere mich der Autoschlange langsam an. Die ersten Metalhedas und Hardcoras sitzen in ihren Fortbewegungsmitteln und ihre traditionellen Stammesklänge sind aus den Lautsprechern zu hören. Einige verlassen auch direkt ihr Fahrzeug und kommunizieren untereinander. Schnell werde ich als ihres gleichen akzeptiert und in eine der Gruppen Aufgenommen. Ja man merkt hier einige Unterschiede zu den Festivals auf die ich normalerweise gehe. Die Core Szene ist hier tatsächlich präsenter als z.B. auf dem Rock Harz. Das zeigt sich auch im Line Up. Dennoch ist auch der gemeine Wald und Wiesen Meddler hier vertreten und gern gesehen. Das Campinggelände an sich ist riesig. Die Infrastruktur leider etwas dürftig. Das kann aber auch mit der Wasserversorgung zusammenhängen. Denn es gibt über drei Campgroundflächen verteilt leider nur Dixis. Die Spültoiletten und Duschen befinden sich, auf gut Deutsch gesagt, am Arsch der Heide. Dafür gibt es aber auch andere Möglichkeiten. Die Bimmelbahn. Zwar bekomme ich während des gesamten Reloads keine davon zu Gesicht, weil ich schlichtweg auf einem der vorderen Campgrounds recht nahe dem Infield campe. Aber sie sind real. Gleich 3 Kinder Bimmelbahnen ( Eine mehr als in den Vorjahren) verkehren zwischen Campinggelände, dem Sulinger Schwimmbad und der Ortsmitte. So kann man auch zum duschen und schwimmen bequem nach Sulingen kommen. Auch wenn Konkrete Abfahrtszeiten nicht garantiert werden können. Dafür ist der Transport umsonst. Auch das Gelände hat seine Besonderheiten. Zwischen Campground und Festivalgelände verläuft eine Bundesstraße die man über eine Überführung überqueren muss. Parallel dazu verläuft auch noch eine Bahntrasse. Ob die noch aktiev ist weiß ich nicht. Das Festivalgelände selber ist in zwei Zonen unterteilt. Die Plaza die öffentlich zugänglich, auch ohne Ticket betreten werden kann, und das eigentliche Infield. Dieses ist am heutigen Mittwoch aber noch geschlossen. Die Plaza enthält ,neben etwaigen Bier und Imbissbuden auch einen Wasserstelle und Spültoiletten. Die Radio Bob Stage auf der einenge Nebenprogrammpunkte abgehalten werden. Die Tent Stage, in die wir später noch rein gehen werden und das riesige Kettenkarusell, das ich schon aus zahlreichen Youtube Videos kenne. Die Tent Stage wird über einen riesigen aufblasbaren Löwenkopf betreten. Denn so wie Wacken seinen Kuhschädel oder das Rock Harz seinen Hirschbert hat, hat das Reload seinen Leonidas (DAS IST RELOAD!!!!!). Während es auf der Plaza noch Beck`s gibt, wird im Zelt leider nur noch Anheuser Busch (Budwaiser darf es in der EU nicht heißen wegen der Verwechslungsgefahr mit dem Tschechischen Original) ausgeschenkt. Sagen wir`s mal so. Die Amis bemühen sich sehr darum dass einem das Bier nicht nicht schmecken kann. Das erwirken sie dadurch, fast jeglichen Geschmack aus der Brühe rauszufiltern. Das Reload steht nicht alleine mit diesem Bierproblem da. Anheuser Busch hat Beck`s aufgekauft weshalb sämtliche Festivals, die einst das Bremer Bier (Welches jetzt auch nicht so geil ist) im Sortiment hatten, nun auch den amerikanischen Neueigentümer mit auf die Karte nehmen müssen. Das betrifft somit auch das W:O:A sowie Rock Am Ring und Rock Im Park. Egal Wirkungstrinken funktioniert noch und es gibt jetzt endlich Live Musik.

Die Bühne im Zelt ist zwar nicht groß. Hat aber dennoch zwei LED Boards zur Visuellen Unterstützung. Hartless Human Harvest aus Norddeutschland sind eine Band aus dem Fundus des noch sehr Jungen Labels Corrupted Blood, des Streamer und Youtubers Hand Of Blood (Der Label Name bezieht sich dabei auf einen Debuff aus dem MMORPG World Of Warcraft, der Name des Streamer ist direkt vom gleichnamigen Bullet For My Valentine Song übernommen.) Die Jungs spielen Hardcore haben dabei aber auch eine sehr metallische Seite, so dass ich an manchen Stellen sogar etwas Death Metal meine herauszuhören. Könnte aber auch am Ami Bier liegen. Der Gig wird auch auf den beiden LED Leinwänden übertragen. Aber zur Visuellen Aufmotzung im Fotonegative Style. Das ganze läuft gut rein, besser als das Bier und ist ein guter Warmmacher für die nächsten drei Tage.

Die Band Dramatist und ihr grell pinkes LED Logo kann ich nicht ganz einschätzen. Das liegt aber auch daran das ich weite Teile des Sets nur von draußen höre. Denn es ist Sonnenfinsternis. Die Partielle Verdunkelung der Sonne durch den Schatten unseres Erdtrabanten möchte ich Live mit erleben. Da meine Campbuddys cool sind haben sie mir sogar eine spezielle Brille für das seltene kosmische Schauspeil überlassen. Es ist ein wenig schade das ich Single und ohne Begleitung hier bin. Denn das ganze ist schon schwer romantisch. Als die Sonne zu Tief steht um noch etwas zu sehen, gehe ich mir dann noch den Rest des Sets der Band anschauen. Der Song „Black Hole“ passt von Titel und Stimmung zu dem gesehenden Naturschauspiel. Am ehesten würde ich die Band in die Schublade Post Metal einordnen. Stimmungstechnisch Doom aber zu schnell, und nicht rotzig genug für Sludge. Der Bandname ist jedenfalls ein Treffer.

Der Abend endet noch mit einer Karusellfahrt, mit weiblicher Begleitung und der abschließenden Morecore Party im Zelt bei der ich Musiktechnisch aber irgendwann meine Zweifel bekomme ob ich hier wirklich noch auf einem Metal Festival bin. Der Rückweg ins Camp ist gut beleuchtet. Die Hauptwege des Zeltplatzes werden mit Lichterketten erhellt. Das gibt noch mal einen extra Punkt für Logistik….und irgendwie auch für Romantik.

Donnerstag 13.08.2026

Das Reload hat sportliche Anpfiff Zeiten. Wer die erstens Bands sehen will muss früh aufstehen. Bereits um kurz nach Sieben bin ich auf den Weg zu den Duschen. Leider erwische ich ausgerechnet eine, bei der der Switch zwischen Dusche und Waschbecken nicht funktioniert. Ok Dann halt Waschbeckenwäsche. Wir sind auf dem Reload und nicht im Adlon. Dennoch muss hier nachgebessert werden liebes Reload. Denn auch von anderen höre ich, dass einige der Duschen in schlechtem Zustand sind oder ihren Dienst versagen.

12:00 Uhr High Noon. Zeit für Catch am Mittag. Die Wrestlemanicas, die gefährlichste Band aus Osnabrück, laden zum mittäglichen Wrestlepit vor die Plaza Stage. Zwar gilt auch hier „Don`t Try This At Home“, aber mehhh, rein in den Pit. Closelines werden gezogen, Körper fliegen und „We Want Blood“, „MDK“ und „Death Match King“ walzen durch die Crowed. Frontschwein Mariano El Bastardo tackert sich und seinen Mit-Luchdores einenge Dollernoten an den Körper und geht auf Tuchfühlung mit dem Stacheldraht Basie. Und auch wenn ihr Spießer euer Urteil schon gefällt habt Its „Still Real “ To Us. Meine Hose hats im Pit zerrissen und ob ich mein Shirt je wieder weiß bekomme? Keine Ahnung but This Ist Wrestlecore.

Tatsächlich habe ich jetzt ne ganze Weile Leerlauf. Das gibt mir aber die Chance mir das Infield mal genauer anzusehen. Rechts der Plaza Stage gibt es einen Bereich der aus Alten Containerbrücken gebaut ist und sehr an das Wasteland Worriors Gelände erinnert. Darsteller kann ich aber keine erblicken. Viel mehr chillt man hier ne Runde zwischen den Bands. Die Zeiten zwischen den Bands sind mit etwa 5 min gut getaktet. Es reicht locker für den Bühnenwechsel (Da es ja nur zwei Vollwertige Bühnen auf dem Infield gibt) und um sich Getränke zu holen. Jeweils neben den Bühnen sind auch Toiletten Batterien aufgebaut. Warten muss man hier eigentlich nicht. Und dann ist sie noch da. Die Impericon Mainstage. Und Mainstage nimmt man hier wörtlich. Ein riesen Oschi der geschätzt eine der beiden Wacken Hauptbühne sein könnte. Da das Ding aber alleine und auf freiem Feld steht erschlägt es einen fast. Diese Bühne ist nicht leise. Sie schreit dir ins Gesicht `Digger hier bin ich was willste tun` und sie wird dich auf deinen Platz zurück verweisen wo du hin gehörst (Du dumme Sau!!!!!^^)

Auf eben jener Bühne spielen jetzt Orbit Culture. Die Schweden waren im vergangenen Jahr der heißeste Scheiß im Melo Death. Melodic Death Metal ist hier aber etwas zu kurz gefasst. Denn die Jungs klingen weniger nach Göteborg als ihre noch folgenden Kollegen. Vielmehr vermengen sie die Essenz dessen mit Thrash und Groove Elementen und progressiven Versatzstücken. Bleiben dabei aber dennoch eingängig. In 40 Min ballern sie uns Sieben Tracks um die Ohren. Deswegen hier als kleine Serviceleistung die Komplette Setlist. „Death Above Life“, „The Tales Of War“, „North Star Of Nija“, „From The Inside“, „While We Serve“, „Hydra“ und zu Abschluss „Vultures Of North“. Dabei ist der Sound formidable und durch die großen LED Screens bekommt auch die hintere Sektion des Infilds genug vom Gig zu sehen.

Als ich Terror vor einigen Jahren auf dem Rock Am Härtsfeldsee sah, sah ich nicht die richtigen Terror. Da die Band im Verkehr festhing mussten die Rowdies und der Merchandiser den damaligen Gig zu großen Teilen spielen. Heute dann also mal die Original Musiker. Die Jungs aus LA haben maßgeblich den New School Sound des Hardcore geprägt. Damit also auch Inspiration für Flaggschiffe wie Hatebreed geleifert. Vor der Plaza Stage ist ordentlich was los. Der Pit macht Pit Sachen und das die PA im Anschluss noch funktioniert ist wahrscheinlich nur der guten deutschen Wehrarbeit zu verdanken.

Bei Soulfly habe ich leider eine ungünstige Position erwischt. Ich stehe sehr Seitlich und kann somit nicht viel von dem, was auf der Bühne passiert sehen. Aber da passiert eh nicht viel. Das Bühnenbild und die Setlist haben sich im vergleich zum letzten Jahr (wo ich die Band auf dem Rock Am Härtsfeldsee und dem Rock Harz sah) nicht verändert. Max Cavalera ist zwar sehr an sein Mikrofon gebunden. Seine Energie ist aber in seiner Stimme und seinem Gitarrenspiel gut rauszuhören. Mit „Back To The Primitiv“ und „Seek `N` Strike“ trifft man traurigerweise einen zu aktuellen Nerv. Das markante Intro zu „Prophecy“ hat für mich auch schon Kult Status. „Jumpdafuckup“ und „Eye For An Eye“ machen den Deckel drauf. Schade nur das man seit einiger Zeit Granaten wie „Babylon“ nicht mehr mit im Set hat.

Auf der Mainstage ist es Zeit für Goove und Thrash. Lamb Of God marodieren sich durch ihren Set. Frontmann Randy Blyte hat seine ikonischen Dreadloks mal wieder abgelegt. Glatze sollte es dann aber auch nicht sein. Seine Kurzhaarfriese mit den deutlich ausgeprägten Geheimratsecken, wollen optisch aber nicht so ganz zu seinem Organ passen. Egal dafür ist das Set stimmig Mit „Ruin“ als Opener wird schon mal ordentlich gezündelt. „Walk With Me In Hell“, „Merta“ und das abschließende „Redneck“ sorgen für die nötige Eskalation im Pit. Warum man aber das, mittlerweile in Deutschland (Durch Steffi Stuber bei The Voice Of Germany gesungen) ikonische „Ghost Walking“ nicht mit ins Set packt, ist mir ein Rätsel. Auch ohne es von The Voice Of Germany zu kennen, ist das Ding ein Brecher.

Auf der Tent Stage beginnt die Aftershow Party. Auf der Plaza Stage wir erst einmal dem Prince Of Fucking Darkness gehuldigt. Black Lable Society, für deren Gig ich mir extra meinen Kilt angezogen habe (und weil Meine Hose ja schon zu vor das Zeitliche gesegnet hat) betreten die Bühne nach einem kompletten Play Throuh von Black Sabbath`s „War Pigs“. Das wird aber nicht die einzige Hommage an Ozzy seitens seines ehemaligen Gitarristen Zakk Wylde bleiben. Nach Stücken wie „Funeral Bell“ und „Heart Of Darkness“ Folgt mit „No More Tears“ eine ergreifende Huldigung an die Solo Karriere des Mad Man. „Sucide Messiah“ und „Stillborne“ schließen den Gig ab.

Es ist der erste Gig den ich von Arch Enemy mit ihrer neuen Frontfrau Lauren Heart sehe. Und zu Beginn muss ich sagen. Wow die Frau hat Oberarme da wirste als Mann neidisch und ich pumpe selber. Aber um ihren Körper soll es ja nicht gehen. Was kann die Frau am Mikro. Ja so einiges. Auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so aussieht. Ihre Growls sind bisher die tiefsten die ich bei den Schweden vernommen habe. Waren Angela Gossow und Alicia schon Stimmgewaltig, wirken sie im vergleich mit Lauren doch ehr wie Screamer als wie Growler. „Yesterday Is Dead And Gone“ als Opener, könnte man somit auch als eine Art Statement verstehen. Die Setlist ist gut abgestimmt und enthält Songs aus allen drei Ären der Band. „War Eternal“ und „Blood Dynasty sind noch von Alica eingebrüllt wurden. „Under Black Flags We March“ und „My Apocalypse“ stammen noch aus der Gossow Zeit. Den Vogel schießt man aber tatsächlich mit „Bury Me An Angel“ ab. Zwar wurde der Song Anno 2009 noch einmal neu aufgenommen. Aber das Stück ist so alt, es stammt noch aus der Zeit als Johan Liiva der Band seine Stimme gab. Bis heute der einzige Männliche Frontmann in der Bandhistorie. BTW Lauren`s Outfit erinnert mich da an jemanden. Ein knallenges Ledertop mit Pentagramm bzw in ihrem Fall Arch Enemy Logo auf der Brust. Ist das David Vincent Worshiping?^^ Mit „Nemisis“ und „Filds Of Desolation“ beschließt man den ersten Headliner Slot des Festivals.

Perturbator ist ein Projekt des französischen Musikers James Kent (dessen Name mal so gar nicht französisch klingt). Seine Musik die sich an Black Metal Ästhetik orientiert und Synthwave und Industrial Einflüsse in sich bezieht, ist Gamern vielleicht aus dem Soundtrack zum bockschweren Hotline Miami bekannt. Tatsächlich gefällt mir das ganze sehr gut. Aber der Tag auf dem Reload begann früh und ich bin durch für heute. Das finde ich selber schade aber hoffentlich kann ich diesen Künstler irgendwo dann doch noch mal live erleben.

Wer sich fragt warum es auf dem heavystageforce Instagram Kanal keine Bilder des ersten Tages nach den Wrestlemanicas mehr gibt. Nun ich habe mein Smartphone verlegt. Es soll am zweiten Tag im Kofferraum eines meiner Mitcamper wieder auftauchen. Doch für den Moment ist das für mich eine Mittelschwere Krise. Als Journalist ist dies mein wichtigstes Werkzeug. Bilder und Notizen zu den einzelnen Bands kann ich so nicht machen. Und auch die Fragen für ein bevorstehendes Interview sind auf dem Gerät gespeichert. Zu diesem Zeitpunkt gehe ich noch davon aus des es geklaut wurde, was sich am nächsten Tag Gott sei dank nicht bewahrheitet. Wie mein Smartphone allerdings in dem Kofferraum gelandet ist kann nur gemutmaßt werden. Vielleicht beim Bierholen nicht drauf geachtet. Aber jetzt erstmal gute Nacht.

Freitag 14.08.2026

Gooooood Morning Vietnam….. naja nicht ganz. Aber die Temperaturen lassen es glauben. Das Termometer wird heute locker auf 38 Grad katapultiert. Das Thema Hitzeschutz wird in den kommenden Jahren eine Zentrale Rolle einnehmen müssen. Auch das Reload versucht so gut es geht seine Gäste zu schützen. Sonnensegel und Schirme stehen auf der plaza und am Rand des Infields zu Verfügung. Können aber unmöglich für 20.000 Besucher in ausreichender Menge gestellt werden. Auch die Security versucht mit Wasserschläuchen und, zumindest vor der Mainstage, mit Rasensprengern für Abkühlung zu sorgen. Wasserstellen sind an allen WC Stationen neben den Bühnen auch vorhanden. Dennoch bleibt die Frage wie Veranstalter der Herausforderung des Klimawandels entgegentreten können. Staubig war es gestern schon, das wir sich heute leider nur noch steigern. Bereits um kurz vor 7:00 Uhr ist die Schlange an den Duschen schon so weit gen Meppen West vorangeschritten, dass ich mich doch erst an der Klo Schlange anstelle um mich dann am Waschbecken zu waschen. Hatte ich ja gestern irgendwie auch so. Warum so Früh? Tja wie bereits erwähnt. Die Zeiten hier sind Sportlich.

09:30 Uhr Plaza Stage. Willkommen zu Grind am Morgen, und das meinen die hier Ernst. Die Tschechen von Gutalax laden mit ihrem Shitcore zum morgendlichen Kreislauf ein. Die Jungs sind sich ihrer Rolle als reine Spaßmacher bewusst. Sie bedanken sich sogar bei allen die gekommen sind und sich das ganze noch einmal antun, obwohl sie bereits vor zwei Jahren an selber Stellen gespielt haben. Auch dass ihre Songs eigentlich alle gleich klingen wissen die Jungs und sprechen es sogar selber an. Aber wer bei Grindcore Bands Komplexität und variable Harmonien erwartet, hat das Genre nicht verstanden. Natürlich gibt es neben Circle Pit, Crowdsurfern , Beach Balls und Klobürsten auch den Obligatorischen Dixi Surf. Dabei wird eine Dixi Toilette (Natürlich unbenutzt) ins Publikum zum Crowed Surfen gegeben. Diese wird auch prompt von einigen erklommen und zusammen surft man in den Sonnenuntergang.

Weil aber eine Grind Band am Morgen Amateur Niveau ist. Setzten die Execrementory Grindfuckers gleich noch nach. Die Electric Callboy des Grinds kommen allerdings Stimmungstechnisch nicht ganz an ihre tschechischen Kollegen ran. Neben Eigenkompositionen wie „Du hast den Alkohol Nie Wirklich Geliebt“, Jetz Is Auch Egal“ oder „Durst Ist Auch Ein Gefühl“, gibt’s auch einige ihrer Coverversionen wie etwa“ Nein Kein Grind Core“ (No Limit – 2 Unlimited) oder „Looking For Grindcore“ (Looking For Freedom – David Hasselhof). Ja das macht auch Spaß

Wir gehen an die Mainstage. Was kennt man eigentlich noch von Alien Ant Farm? Ich zumindest nur ihr Michael Jackson Cover. Aber dafür bin ich ja hier. Die Band hat aber tatsächlich noch mehr zu bieten. Zum Beispiel „Wish“. Der Song ist Gamern vielleicht aus dem Soundtrack von Tony Hawk`s Pro Skater 3 bekannt. Deshalb wird das stück auch mit dem Playstation 2 Booting Sound eröffnet. Frontmann Dryden Vera Mitchell bekommt zu dem Backingvocals , nicht nur von seinem Gitarristen. Nein ein zweiter Sänger steht im Hintergrund mit eigenem Mikro neben dem Drumriser. Allerdings wirkt er wirklich ein bisschen unterfordert mit seiner Aufgabe weshalb er zusätzlich etwas Freestyle mit seinem Mikroständer rumfuchtelt. Natürlich warten die meisten im Publikum auf den Signature Song der Band. Michael Jackson`s „Smooth Criminal“. Da ich ein Kontakt freudiger Mensch bin habe ich auch gleich zwei Junge Damen vor der Bühne kennengelernt. Im Anschluss wird also ein wenig über Musik und die damit verbundenen Emotionen geredet. Herrlich einfach mal normale Menschen zu treffen.

Fit For An Autopsy ist ein großer Name in der Deathcore Szene. Leider merke ich schnell das mir die vielen Breakdowns nicht wirklich etwas geben. Versteht mich nicht falsch, das Geballer der Band ist grund solide und macht Spaß. Aber die Beatdowns bringen mich immer wieder raus und so beschließe ich dann doch nach gut 10 min das Infield zu verlassen. Auf meinen Rückweg zur Plaza kommt mir ein Typ in knall orangen Shirt entgegen und spricht mich an. Er wolle mir einfach mal sagen was für ein schöner Mann ich bin. Das kommt zwar total unverhofft aber man merkt schnell das er das durchaus herzlich meint. Ein wenig Menschliche Wärme ist selbst bei 38 Grad immer angebracht. Warum die Welt außerhalb eines Festivals nicht einfach so sein kann?

Tatsächlich nutze ich die nun länger Pause bis zur nächsten Band dann auch mal für`s duschen. Ob sich das wirklich lohnt bei dem Staub sei mal dahingestellt. Aber heute erwische ich eine Dusche an der man erstmal nichts bemängeln kann. Im Camp gibt’s dann noch ein Paar Pilsetten, lauwarm aus dem Zelt, Bevor ich mich wieder auf den Weg zur Plaza Stage machen.

Es ist mittlerweile schon ein Running Gag für mich das ich Thundermother nie zweimal mit der Selben besetzung sehe. Zuletzt sah ich die Schwedinnen 2022 auf dem Graspop. Seitdem hat sich das Besetzungskarussell wieder einmal massivst gedreht. Zwar ist mit Majsan Lindberg am Bass ein Mitglid zurück gekehrt dass bereits von 2019 – 2021 zur Band gehörte. Aber die Restlichen Mitglieder, Filippa Nässil natürlich ausgenommen, sind alle samt neu für mich. Immerhin hält die Besetzung jetzt schon seit 2023. Frontfrau Linnéa Vikström spielt beim Opner „Thunderous“ noch zusätzlich Gitarre. Das ist tatsächlich mal was neues, da die Hard Rock Muttis eigentlich immer nur mit einer Gitarre agierten. Der straighte Hard Rock der Schwedinnen wirkt zwischen dem ganzen Core und Extreme Metal tatsächlich sehr erfrischend. Für Wortspiele wie „Hellevator“ bin ich übrigens immer zu haben. Und da auf der Plaza ja Radio Bob vertreten ist passt es auch das die Mädels ihren Set mit „Driving In Style“ (was Radio BoB in seiner Werbekampagne nutzt) abschließen.

Mit Airbourne auf der Mainstage bleiben wir im Hardrockigen Bereich wechseln aber von Schweden nach Australien. Das der Stil der Jungs irgendwo zwischen AC/DC und Accept pendelt ist bekannt. Dass das ganze auf einem Festival mit mehrheitlicher Core Ausrichtung so gut ankommt überrascht mich dann aber doch. Ebenso wie die Tatsache das man den durchburchs Hit „Too Much, Too Young, Too Fast“ schon direkt an zweiter Position bringt. „Cheap Wine & Cheaper Woman“ ist definitiv nicht zutreffend fürs Reload. Hier gibts ehr teures Bier und klasse Frauen. Die Luftschutzsirene warnt auch wieder vor der Rückkehr von Bomber Harris während sich Frontmann Joel O’Keeffe auf den Schultern eines Securety´s durch Publikum tragen lässt, eine Bierdose an seinem Schädel zertrümmert und sein Gitarrensolo zockt. So geht „Running Wild“.

Heute ist definitiv der traditionellste Tag des Festivals. Judas Priest gehen immer und überall. Auch hier entscheidet man sich, quasi als Pre Intro, für „War Pigs“. Ozzy Tod ist immer noch viel zu präsent und surreal in den Köpfen der Fans. Die Bühne ist mit einem gigantischen Vorhang, der die Cover sämtlicher Alben abbildet, verhangen. Als dieser fällt eröffnet die britische Legende direkt mit „You`ve Got Another Thing Coming“, „Metal Gods“ und „Breaking The Law“. Die Band hat genügend Klassiker im Set um sich das auch leisten zu können. Zum Beispiel „The Ripper“ denn man dann schon als vierten Song raus ballert. Die Bühne ist mit mehreren LED Boards ausgestattet. Das erleichtert den Kulissen wechseln erheblich, denn jeder Song ist mit einer eigenen Video Show bedacht. Ob es Zeitungsauschnitte der Ripper Morde von 1888 sind (Ob es sich hier um Originale handelt wage ich dezent zu bezweifeln). Oder um das Cover des nur Semierfolgreichen „Turbo“ Albums, aus dem wir, natürlich, „Turbo Lover“ kredenzt bekommen. Rob Helford hält sich mit seinem Kostümwechsel dezent bedeckt. Will heißen er wechselt es gar nicht. Aber der lange Ledermantel steht ihm eh ausgezeichnet. Dass er bei vielen Songs sichtlich von einem Textblatt abliest sei dem Mann mit seinen über 70 Jahren verziehen. Wer so viel erfolgreiche Singles und Alben veröffentlicht hat darf auch mal Texte vergessen. Nach meinem Favorite „Electric Eye“, hört man ein dezentes Motorengeblubber. Die Maschine heult auf und der God Of Metal fährt stielvoll mit einem Chopper Bike vor . „Hell Bend For Leather“ ist die Bike Hymne seit immer. Und weil es schon weit nach Mitternacht ist kann man mit „Living After Midnight“ zum Grande Finale auch noch mal die (Midnight) Rockers besingen. Catch Fans wissen bescheid.

Auf der Plaza Stage böllern sich Northlane einen zurecht. Die Band ist gerade im Core Bereich ein absoluter Fan Favorite. meinen Vibe trifft das ganze aber ehr weniger. Ich mache Schluss für heute mit ein paar Bierchen auf dem Campground. Bis Morgen.

Samstag 15.08.2026

Es ist der letzte Tag des Festivals. Man ist deutlich gezeichnet von den letzten beiden viel zu heißen und staubigen Tagen. Besonders der Freitag hatte es in sich. Der Staub war so dicht und massiv das man ihn nachts in den Lichtern als nebelartige Schwaden wahrnehmen konnte. Was ich in der Nase habe kann man locker zu Briketts pressen und verheizen. Erneut geht das Abenteuer Dusche von vorne los. Heute erwische ich eine Dusche, die zwar voll Funktionstüchtig ist, aber bei der das Waschbeckenfehlt. Das dazugehörige Rohr ist allerdings offen und so bekomme ich das Wasser der Nachbarkabienen über die Füße gegossen wenn dort der Wasserhahn des Waschbeckens betätigt wird. Füße sind somit sauber.

10:00 Uhr Plaza Stage. Der Vengabus ist pünktlich. Es ist ein wenig befremdlich auf einem Metal Festival eine leere Bühne. ohne Schlagzeug, Drumriser und Verstärkertürme zu sehen. Aber das heutige Morgenprogramm wird ihnen Präsentiert von Venga Airways. Die Vengaboys waren in den 90er Jahren (die Älteren werden sich erinnern) die Party Abriss Band wo gibt. Warum nicht also das ganze mal für`s Reload booken. Wenn jemand den Spaß mit macht dann ja wohl Metalheads. Die Vier Vengaboys und Vengagirls eröffnen ihren Set mit einer Kleinen Videomontage. Frisch aus dem All kommen sie mit ihrem Spacebus zu uns auf die Erde (Ob man am Mittwoch von da oben auch die Sonnenfinsternis sehen konnte?). Ein kleines Medley aus ihren bekanntesten Songs wird , quasi als Warm Up, dargeboten, bevor mit „Party Rock Anthem“ von LMFAO und den eigenen Songs wie „Boom Boom Boom“ oder „We`re Going To Ibiza“ ,dann am Stück gespielt ,die Eskalation startet. Die vier Musiker*innen sind sichtlich selber erstaunt wie gut sie gerade hier, bei einer Crowed die nicht ihre spezifische Zielgruppe ist, ankommen. Es fliegen Strandbälle, Lichtschwerter und massenweise Menschliche Körper durch die Luft. Da man sich bewusst ist das man auf einem Gitarren lastigem Festival ist, gibt’s dann auch ein kleines Medley der berühmtesten Rock Hymnen. Bestehend aus „Final Countdown“ (Europe), „I Was Made For Loving You“ (Kiss), „Jump“ (Van Halen), „I Love Rock`N Roll (Joan Jett & The Blackhearst), „We Will Rock You“ (Queen), „Whats Up“ (4 Non Blondes) und „Living On A Prayer (Bon Jovi). Dazu gibt’s ein paar Mitmacheinheiten wie man sie im Robinson Club nicht besser animieren könnte. Die Musiker setzten sich stark für die LGBTQ+ Community ein. Gerade nach dem feigen Anschlag auf den Berliner CSD ein wichtiges Zeichen. Nun gehört auch die Metal Community zur Vengafamily. Das man zum Schluss dann noch einmal „Boom Boom Boom“ spielt, weil die Band jetzt auch nicht soviel Hits im Rapportier hat, sei ihnen verziehen. Das Ding ist ja nun mal auch ein Burner.

Vended kommen aus Des Moines Iowa. Kommt einem bekannt vor oder? Ja denn genau aus selbiger Stadt stammen auch Slipknot. Zufall ist das nicht. Den Sänger Griffin Taylor und Schlagzeuger Simon Crahan sind die Söhne von Cory Tayler und Shawn `Clown` Crahan. Die Musik des Quinttests klingt auch ziemlich ähnlich wie Slipknot zu „IOWA“ Zeiten. Frontmann Griffin trägt nicht nur auch eine Maske, wenn auch diese nicht sein gesamtes Gesicht verhüllt. Nein seine Stimmfarbe ist der seines Vaters verdammt ähnlich. Bassist Jeremiah Pugh ist von der Statur ähnlich imposant wie Slipknot`s Mick Thompson. Böse Zunge behaupten allein der Grund dass die Jungs die Söhne ihrer Väter sind, habe ihnen den Platz auf der Mainstage gesichert. Ob das so ist weiß am Ende nur der Booker. Für Fans früher Slipknot ist die Band aber allemal einen Versuch wehrt.

mit Misery Index gibt’s auf der Plaza Stage ordentlichen Ami Death Metal. Das ist zwar als Fan immer geil. Aber als Rezensent ein Albtraum da in diesem Genre wenig auf der Bühne passiert. Besonders wenn auch der Frontmann ein Instrument, in diesem Fall die Gitarre, bedient, und somit an seinem Platz hinterm Mikro klebt. Songs wie “ Feral Future“, „New Salem“ oder „The Great Depression“ knallen aber dennoch gut. Anders als dieses komische Bier hier.

Als The Ghost Inside sich auf der Mainstage durch ihr Set knüppeln sitze ich Backstage. Ich habe tatsächlich einen Interview Termin mit Amorphis. Dieses Interview werde ich später gesondert hier veröffentlich. Es braucht aber etwas Zeit das Gespräch mit Tomi Joutson zu übersetzten und in Schrift zu bringen. Habt bitte etwas Geduld.^^

Godsamack sind eine Band die auch heute noch so sehr nach 2000er klingt das es ein wahrer Nostalgie Trip ist. Während im Hintergrund auf der Leinwand das Animierte Godsmack Logo wahlweise Brennt oder wie eine Supernova explodiert eröffnet die Band mit „When Legends Rise“ ihren Set. Die Mischung aus Grunge und Metal war in den 00er Jahren schon etwas besonderes. der Grunge wart tot geglaubt, der Metal erholte sich wieder nach den doch sehr kruden 90er Jahren. Beides zusammen ergab einen Signature Sound und Frontmann Sully Erna, der zu Beginn des Sets auch noch Gitarre spielt, setzte mit seiner markanten Stimme ein Ausrufezeichen. „Straight Out Of Line“ kommt überraschend an dritter Stelle im Set. Natürlich gibt es wieder ein Drumm Battle zwischen Schlagzeuger und Fronter Sully an der Perkussion. Wer heute an den Drums sitzt kann ich leider nicht sagen. Wikipedia listet gleich drei Schlagzeuger die als Tour Mitglieder aufgeführt sind. Offiziell besteht die Band nämlich nur aus Sänger Sully und Bassist Robbie Merrill. Das Duell an den Trommeln ist zwar echt gut inszeniert, beide Instrumente thronen auf drehbaren Podesten, mal spielt man Angesicht zu Angesicht, mal dreht man sich zum Publikum. Aber das ganze Segment gerät irgendwie zu lang. An dieser stelle währe weniger mehr gewesen und man hätte besser zwei Songs mehr ins Set packen können. Den Abschluss ihrer Show setzt natürlich das unsterbliche „I Stand Alone“ aus dem „The Scorpion King“ Soundtrack mit WWE Legende Dwayne „The Rock“ Johnson.

Amorphis sind der Headliner der Plaza Stage. Es fühlt sich tatsächlich etwas surreal an diese Band jetzt Live zu sehen, nach dem vier Stunden zu vor noch Tomi Joutson direkt neben mir saß und meine Fragen beantwortet hat. Das Bühnenbild ist fantastisch. Die Ausleuchtung der Bühne wird dominiert durch Blau und Violett Töne. Dazu ist ein riesiger Vogelschädel Physisch ausgearbeitet als Blickfang in der Mitte positioniert. Auch die Setlist ist gut zusammen gestellt. Man legt den Fokus heute mehr auf Songs die vielleicht in einem normalen Festivalset ehr seltener zum Zuge kommen. Zwar sind auch die Klassiker wie „Silver Bride“, gleich an dritter Position, oder auch DER Song überhaupt „House Of Sleep“ im Set. Und ja auch „Black Winter Day“ hat es wieder in die Setlist geschaft. Aber eben auch Songs wie der Opener „Bones“, „Wrong Direction“, „Sampo“ oder der Abschluss „The Bee“. Songs die ehr auf Tour Sets bei einer 90min Show gespielt werden würden, weniger bei einem 65min Festival Slot. Und genau das macht es so hervorragend.

In Flames sind der Abschluss Headliner auf der Impericon Stage. Die Schweden hatte lange Zeit scheinbar ein Problem mit ihrer eigenen Vergangenheit im Melo Death. Viel zu oft vielen die ersten 5 Alben der Göteborger hinten über. Heute eröffnet man dafür direkt mit „Colony“, geht in „Deliver Us“ über um direkt danach wieder auf „Only For The Weak“ zu switchen. Letzt genannter Song war über Jahre eigentlich immer der älteste Song im Set (Auch wenn es durchaus mal ausnahmen gab). Das Bühnenbild der Jungs, die seit ein paar Jahren mittlerweile einen Live Keyboarder haben und somit zu einem Sextett angewachsen sind, sieht sehr nach Cyberpunk Alptraum aus. Eine riesege LED Wand die stimmungsvolle Bilder projiziert. Über den Köpfen der Musiker eine Lichtanlange die bewusst unperfekt mit herabhängenden Kabeln inszeniert ist. Es wirkt wie auf einem Raumschiff das Ridley Scott erschaffen hat. Natürlich kommen auch Songs der Aktuelleren Alben im Set vor. So z.B. „Forgone pt2“ oder „State Of Slow Decay“ , beide vom aktuellen Werk „Forgone“. Dazu gibt’s Pyros in apokalyptischen Ausmaßen. Die Band heißt ja auch In Flammen. Aber das war bei Arch Enemy und Judas Priest auch schon so (auch wenn ich es bei Priest nicht so hervorgehoben habe). Als Frontmann Anders Fridén dann mit „Artifacts Of The Black Rain“ noch einen Song vom zweiten Album „The Jester Race“ (und damit meinem liebsten In Flames Album) ankündigt, entfleucht sogar meiner geschunden Stimme noch ein `ja man!`. Zu „Take This Live“ und dem Rausschmeißer „Alias“ zündet das Reload Festival dann das Abschlussfeuerwerk. Alles knallt alles riecht nach Silvester und es ist herrlich. Der letzte Gang ins Camp wird mir dann noch von einigen Typen versüßt mit denen zusammen ich mit etwaige Monty Python Zitate um die Ohren ballere.

Ist das Reload jetzt also das kleine Wacken? Jain. Parallelen gibt es. Überschneidungen im Line Up, Die Wasteland Area und die selbe Fehlentscheidung bei der Bier Wahl. Aber das Reload hat seine eigene Identität. Mit einer, ehr härteren Ausrichtung und mindestens 50% Core im Line Up, ist es tatsächlich unter den vier großen Metal Festivals in Deutschland(Wacken, Summer Brezze und Rock Harz sind die anderen drei), das mit dem individuellsten Line Up. Auch wenn man von Hübner und Jensen einige Bands zugeschustert bekommt. Dazu ist das Festival klein genug um sich nicht zu verlieren, aber groß genug um diese Feeling einer Großveranstaltung zu haben. Zusätzlich überschneiden sich die Bands nicht so dass man wirklich alles sehen kann wenn man es denn möchte. Die Uhrzeiten sind zwar recht sportlich und die sanitären Anlagen müssen definitiv ausgebaut werden. Aber das Reload ist perfekt für alle die Harte Musik lieben, sich aber schon lange nach kleineren Alternativen zum Großen Festival in Schleswig Holstein sehnen. Welcome Home es ist das Reload. See you next Year… Wenn ihr wollt. Cheers.

PS: erste bands fürs Reload 2027 sind u.a. Electric Callboy, Heaven Shall Burn, Children Of Bodom, Hammerfall (25 Years „Glory to The Brave“ Show), Blood Red Houerglas, Hypocrisy und Kanonanfiber

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert