Death Earth Feastival 2026

05.05.2026 -06.06 2026 Rosenthal Sächsische Schweiz

Mein Außenreporter Thomas hat euch eine kleine Zusammenfassung des Death Earth Festivals geschrieben. U.a. mit Beteiligung aus Osnabrück für die er nicht ganz unverantwörtlich ist.

Freitag
Lead Injector, Opacity, Saxorior

Bereits seit 19 Jahren gibt es nun das Death Earth Festival, und die Macher werden tatsächlich immer besser. Es wird in der Tat immer professioneller. Die Organisation, die Bands und alles drum und dran. Chapeau.

Den undankbaren Job als Festivaleröffner bekamen dieses Jahr Lead Injector aus Dresden ( Anm. der Red: Wieso undankbar? Jetzt sind die Leute noch halbwegs nüchtern^^).

Die drei jungen Musiker aus der Elbstadt haben das aber souverän gemeistert. Die 2022 gegründete Formation spielt rohen klassischen Thrash Metal, der mich durchaus an die frühen Sodom und Kreator erinnert, vielleicht noch mit einem Hauch Destruction und Slayer.

Das gibt Hoffnung, dass der klassische Teutonic Thrash zumindest noch am Leben ist. Tipp: Die aktuelle CD „Witching Attack“ sollte in keinem gut sortierten Metal-Haushalt fehlen.

Nach einer gut organisierten und schnellen Umbaupause ging es weiter mit Opacity.

Die Band aus Annaberg-Buchholz bezeichnet ihren Stil selbst als „Psychotic Dark Metal“. Ihre Texte behandeln deswegen auch hauptsächlich Krieg, Dystopie und Tod.

Auf dem Death Earth Festival hatte zudem Gitarrist NOX sein Debüt bei Opacity, was er aber wirklich anständig gemeistert hat. Es war auch gleichzeitig sein erster Bühnenauftritt überhaupt. Super gemacht, kann ich dazu nur sagen.

Zum Auftritt von Opacity kann man nur anmerken: souveräner Gig! Da kann man die Professionalität sehen. Super eingespielt, und der neue Gitarrist hat sich spitzenmäßig eingefügt.

An dieser Stelle mal ein dickes Lob ans Death-Earth-Team. Die Umbaupause war wirklich wieder sehr kurz. Das Team ist eingespielt, und jeder weiß, was er zu tun hat.

Deswegen konnten nach kurzer Zeit Saxorior die Bühne betreten. Die Lokalmatadoren aus Pirna hatten ein leichtes Spiel mit dem Publikum.

Die 1994 gegründete Band spielt Melodic Black Metal mit Inhalten aus sächsischer Geschichte, Schlachten, Mythologie sowie dem Werden und Vergehen der Natur.

Die Band hat einen fantastischen Auftritt hingelegt. Der Sound war einfach bombastisch gut. Vielen Dank ans Team an Mischpult und Lichttechnik.

Samstag
Toxic People, Intöxicated, Waylander, Sintage

Anheizer am Samstag waren Toxic People aus Tschechien. Ich weiß gar nicht, wie man diese Formation beschreiben soll. Partyband mit Techno-Einflüssen und hartem Gitarrensound? Die Jungs waren ziemlich professionell dabei und haben den einen oder anderen zumindest zum Mitwippen bewegt. Eingängige Nummern und solide gespielt. Für meinen Geschmack allerdings zu viel Techno und zu wenig Metal. Aber zum Anheizen ganz okay.

Als Nächstes standen Intöxicated auf dem Programm. Die fünfköpfige Truppe aus Osnabrück hatte zwar eine lange Anreise mit Stau, ließ sich davon aber die Laune nicht verderben. Die obligatorische Kiste Bier wurde vom Veranstalter bereitgestellt und während des Gigs auch dankbar angenommen.

Nicht umsonst hieß die Band bis 2009 „Beer Invaders“. Da kann man sich schon denken, was auf einen zukommt. Beim Soundcheck hat der Rhythmusgitarrist mal kurz „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ angestimmt, was mit einigem Gelächter im Publikum erwidert wurde. Sänger Mariano hat mal eben einen Urschrei losgelassen und meinte nur: „Passt so.“

Und dann ging es los. Was die Band gespielt hat, so etwas habe ich lange nicht gehört. Eine Mischung aus Rock ’n’ Roll, Thrash und Speed Metal. Ursprünglich, laut, roh und schnell. So kann man das am ehesten beschreiben.

Der Sänger bewegte sich wie ein Berserker auf der Bühne, spritzte mit dem Bier durch die Gegend oder goss es sich gleich selbst über den Kopf. Echt Wahnsinn, was da abging, und es ist mit Worten kaum zu beschreiben. Der Lichtmann war kurz vorm Herzstillstand, weil die Brühe über seine Technik lief.

Am Ende des Sets lief der Sänger noch mit einer Weinbrandflasche über die Bühne, und jeder musste einen tiefen Schluck nehmen.

Einfach grandios, die Gruppe. Sollte man sich auf jeden Fall merken. (Anm. Red: Die Jungs nehmen ihr Debüt „Crush Your Local Disco“ noch einmal neu auf, da zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, Sänger Mariano noch kein Teil der Band war)

Nach dem furiosen Auftritt hatten die Pagan-Metaller von Waylander keinen leichten Stand bei den Leuten. Es waren anscheinend einige Fans gekommen, die die nordirische Band unterstützen wollten. Einige grüne Hüte waren zu sehen, und zudem hatte auf dem Festivalgelände noch eine Horde Wikinger ihre Zelte aufgeschlagen, die auch vor der Bühne standen und die Musik wohl abgefeiert haben.

Mein Geschmack war es zwar nicht, aber der Bereich vor der Bühne war gut gefüllt, sodass man annehmen kann, dass die Musik die breite Masse durchaus erreicht.

Ich habe gehört, dass die Band seit 16 Monaten nicht mehr auf der Bühne gestanden hatte. Der Sänger Ciaran O’Hagan war anfangs auch sichtlich nervös, was sich aber im Laufe des Gigs gelegt hat. Für Fans von Folk Metal und/oder keltisch angehauchtem Metal war das sicherlich genau das Richtige.

Nach einer letzten kurzen Umbaupause enterten Sintage aus Leipzig die Bühne. Die 2019 gegründete Formation spielt traditionellen, schnellen und energiegeladenen Heavy Metal im Stil der NWOBHM. Man spürt förmlich, wie die Jungs brennen, und den Spirit von z. B. Priest oder Maiden merkt und hört man sofort.

Dementsprechend hatte Sintage natürlich auch leichtes Spiel mit der Crowd. Der Bereich vor der Bühne war gut gefüllt, und die Leute waren kräftig am Moshen. Auch Mitglieder von Lead Injector und Intöxicated wurden gesichtet, die die Musik mächtig mit abgefeiert haben.

Das war das Death Earth Festival 2026. Wie jedes Jahr stellt man fest: Die Macher werden von Jahr zu Jahr besser und professioneller. Nächstes Jahr wird dann wohl die 20 vollgemacht. Bin schon gespannt, wer dann so aufläuft. Eine Steigerung zu diesem Jahr wird schwierig sein.

Auf jeden Fall sollten sich feierwütige Festivalgänger, die auf harte Mucke stehen, den Namen „Death Earth“ auf jeden Fall mal merken, würde ich sagen.

Cheers, bis nächstes Jahr

TKL

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