10.05.2026 Musikbüro Bühne Georgstraße
Es ist Muttertag und Metaltag in einem. Die Maiwoche hat sich über die letzten Jahre immer mehr (wieder) den alternativen Szenen geöffnet. Der Metal Day, der vom Musikbüro, und einst auch von der Heavy Stage Force, begründet wurde, findet seit jeher immer am ersten Sonntag der Maiwoche statt.
Leider hat die Maiwoche es immer noch nicht geschafft die Genres in ihrem Programm ordentlich zu benennen. Alles, egal ob Punk, Metal oder Hard Rock, wird im Programm unter Rock gelistet. Das führt dazu dass ich bereits um 16:00 Uhr vor der Musikbüro Bühne in der Georgstraße stehe, da mit The Intense, eine Schülerband von der Ursula Schule auf die Bühne geht. Weil diese im Programm unter Rock läuft und heute der Metal Day ist, erwarte ich eigentlich auch genau das. Denn wer sagt dass eine Schülerband nicht auch Metal spielen kann? Allerdings ist das gebotene nicht einmal wirklich Rock. Fünf Mädchen am Gesang, eine von ihnen spielt zu einigen Stücken auch Keyboard, eine Bassistin, ein Gitarrist, zwei Schlagzeuger die immer im Wechsel spielen und ein weiterer Keyboarder, interpretieren Pop Musik der Mitte 2000er. Alles was man auf der PS2 im Sortiment von Sing Star finden konnte ist vertreten. Maroon5, Jesica Simpson, you name it. Aber um hier mal fair zu bleiben. Das ganze wird souverän rüber gebracht und mit der Radio Ballade „Dreamer“ von Ozzy gibts zumindest einen wirklichen Rock Song.
Der Change Over zwischen denn Bands ist wild. Statt Musik für das Publikum zu spielen, welches man mit dem Metal Day ansprechen will, gibt es Pop Musik und Hip Hop. Aber nicht den guten 90er Westcoast Hip Hop alla Snoop Dog, Izzy-E oder 2Pac. Ne ehr so in die Richtung Asi Rap. Erst zum Abend hin wird das ganze besser. Die Handgranate Herforder Kaliber 0,33l mit Kronkorkensicherung gibt’s für 4€. Eigentlich kostet hier jedes Getränk 4€.
Mit In Shattered Memories ballert dann die erste Metal Band des Tages. Metalcore um genau zu sein. Das Osnabrücker Quintett nutzt Backingtracks um ihre Musik noch ein wenig emotionaler zu unterfüttern. Das heißt Songs wie „Heads in The Cloud“ und der passenderweise nachfolgende „Fog“ werden mir Keyboards aus der Konserve untermahlt. Ansonsten ist alles live. „Save Me“ ist nicht nur der ersten Song den die Band je geschrieben hat. Es ist auch der erste Release, der kurz zuvor auf Spotify veröffentlicht wurde. Der Gesang wechselt zwischen kernigen Shouts und teilweise Chester Bennigton artigem Gesang. Ein Typ mit Circle Pit Schild gibt den Ton an und die Georgstraße zirkuliert ne Runde. Und weil wir hier nicht zum Spaß sind gibt’s im Anschluss auch ne ordentliche Wall Of Death. Das alles unter Rücksichtnahme auf das übrige Publikum. Allerdings zum Leidwesen meiner gesamten linken Seite. Das spüre ich auch zwei Tage später noch.
Ab Bloodfire muss es schnell gehen. Irgendwo ist die Zeit etwas verplant worden. Die extra aus Osnabrück angereiste Band ist, bis auf ihren Frontmann, komplett runderneuert. Nach dem Opening Track „Forsaken“ gesellt sich eine Gastsängerin dazu. Die Ballade „Dreamland“ wird etwas zu früh angekündigt. Offenbar hat, laut Aussage des Fronters, die Junge Dame, die auch als Fotografin agiert, zwei Songs in der Setlist vertauscht. Darum gibts erst noch einen Song mit ihr. „Dreamland“ (jetzt aber wirklich) wird dann nur mit Begleitung des Basses gespielt. Da es sich dabei um einen Sechssaiter handelt, kann man aus dem ding auch einige Töne mehr raus holen. Mit „Self Distructed Love“ gibts dann auch noch einen neuen Song zum Abschluss.
Ich gebe zu bei einem Bandnamen wie Vergissmeinich dachte ich zunächst an einen Fehler beim Booking. Klingt der Name doch ehr nach dem musikalischen Kaliber von Von Wegen Lisbeth. Allerdings handelt es sich hierbei um eine lokale Post Hardcore Band. Der Aufbau ihres Setups ist dabei recht unorthodox. Beide Gitarristen teilen sich den Gesang. Der Mainman, zuständig für den Hauptanteil der Vocals, steht leicht versetzt aber dennoch mit dem Gesicht zum Publikum. Sein Partner der vor allem für die Backingshouts zuständig ist wendet uns den Rücken zu. „Das Dunkel Und Ich“ aus dem Musical „Der Kleine Tag“ wird als Intro genutzt und zieht sofort eine Aura um die Bühne. Hier gibt es keine Pits und keine Wall Of Death. Vielmehr saugt man die Atmosphäre der Musik auf. Die durchgängig deutschen Texte erzählen von Melancholie und Weltschmerz. Auch ich merke dass mir einige der, mir bis dato unbekannten, Stücke nahe gehen. Auch hier ist die Zeit ein mieser Spielverderber, denn die Band muss quasi live auf der Bühne die Setlist umbauen da nicht mehr genug Zeit für alles Stücke ist.
Auf Kabila trifft zum ersten mal die Beschreibung Rock tatsächlich zu. Eine Frontfrau mit der Aura einer Diva (Und ich meine das hier positiv) und einer unglaublichen Röhre. Der Bassist, der den Großteil des Sets auf dem Drumriser verbringt, könnte auch der jüngere Bruder von Andy Brings mit der Frisur von Tommy Lee sein. Falls also jemand ne Double Chrush Syndrome/ Mötley Crue Tribute Band aufmachen will….. Musikalisch wird solider Hard Rock geboten. Die Band ist heute übrigens die einzige nicht Osnabrücker Kapelle. Die Jungs und ihre Frontfrau kommen eigentlich aus Bremen. Da Man aber mit der dortigen Musikargentur zusammen arbeitet, finden auch gerne mal Austausche zwischen beiden Städten statt.
Mit Weckörhead kommen wir zum Headliner des Abends. Das die Band Motörhead Songs mit deutschen und teils neu interpretierten texten spielt muss wohl nicht mehr erwähnt werden. Zwar macht die LED Leinwand, die als Backdrop genutzt wird, schon verfrüht Feierabend. Das Publikum aber ehr noch nicht. die Spontane Materialisierung eigener Kuttenträger ab „D Das pick Ass“ ( Ace Of Spades )bestätigt diesen Umstand. Auch die Lila-Weiße Bühnenbeleuchtung bei „In Osnabrück“ (Metropolis) kaschiert das fehlen des Backdrops ganz gut. Auch haut man immer mal wieder gerne Stücke dazwischen, die zwar nicht von Motörhead selber stammen, von Lemmy and the Boys aber gerne gecovert wurden. Wie das eigentliche Judas Priest Stück „Braking The Law“ in seiner deutschen Variante „Brich Das Gesetzt“. Mit „Am Tod Krepiert“ wird der Deckel drauf gemacht. Die Anwohner wollen pennen und ich muss morgen auch wieder zur Maloche. Also um keinen Ärger mit dem Ordnungsamt zu bekommen hier ein schnelles Cheers. Und Grüße an alle Mütter.
