Mambo Kurt

13.05.2026 Maiwoche Jürgensort Osnabrück

The Orgel Has Landed. Mambo Kurt der King Of The Heimorgel ist Back In Beige. Und da ich jetzt alle möglichen Alben Titel in diese Einleitung eingebaut habe, können wir auch direkt los legen.

Wir sind mitten in den Eisheiligen. Es ist nass und kalt. Aber das kennt ein Mambo Kurt ja schon vom Wacken. Da spielt er eigentlich schon seit immer, jedes Jahr and so on. Der Vorteil heute ist aber. Dass die Bühne am Jürgensort von einem temporären Dach, welches den gesamten Platz abdeckt, überspannt ist. Schon bevor die eigentliche Show beginnt bietete der Mann ganz großes Kino. Der Soundcheck hat`s ihm besonders angetan. Denn der Bühnentechniker der sein Mikro prüft tut dies nicht stumpf mit `check 123` sondern er singt den Soundcheck. Und weil Mambo Kurt ein alter Mann ist der nicht mit Social Media klar kommt (seine eigene Aussage), nimmt er das obligatorische Instagram Video schon mal im voraus auf. Die Bühne am Jürgensort ist zwar die kleinste, aber auch die zentralste. Also ist seine Aussage dass er auf der Mainstage spielt gar nicht so verkehrt.

Nach dem er mit einem, mir namentlich nicht bekannten Pop Song eröffnet (Kennt ihr das wenn ihr ein Stück zwar kennt aber nicht wisst wie es heißt), folgen mit „Jump“ von Van Halen und „The Final Coutndown“ von Europe, erstmal zwei AOR Perlen in der Heimorgel Version. Das Publikum bietet eine interessante Mischung aus Metal Fans, die ihn vermutlich mehrheitlich vom Wacken kennen, und Menschen in ganz normaler bürgerlicher Erscheinung. Das müssen diese Normalos sein. Zwei junge Frauen haben sich den Platz direkt vor der Bühne ausgesucht um da aber mal so richtig ab zugehen. Tanzen können se! Auch wenn es immer mal wieder schwierig wird, da die Bühne mitten in der Fußgängerzone und somit auf dem Hauptweg der Maiwoche liegt. Durchgangsverkehr ist also ein Ding. Mit „I Just Can`t Get Enougth“ von Depeche Mode wird es wieder etwas poppiger. Kleine Anekdoten zwischen den Songs lockern die Stimmung. Zum Beispiel diese, dass er von vielen Wacken Fans dazu aufgefordert wurde doch bitte mehr Hip Hop in sein Set aufzunehmen. Darum gibt’s mit „Lila Wolken“ von Materia genau das. „I was Made For Loving You“ ist, meiner Meinung nach, einfach der schlimmste Kiss Song ever. Aber in der Heimorgel Variante kann er sich hören lassen. Zwischen drin dreht der Mann uns auch mal den Rücken zu, genau wie seine Heimorgel. Da es wohl in der Vergangenheit vermehrt dazu kam, dass Leute ihn fälschlicherweise mit einem DJ verwechselt haben, will er uns nicht nur zeigen wie man ein solches Instrument spielt, sondern auch warum es 1981 genauso teuer war wie ein BMW 315 mit Klimaanlage. Aber auch die beste Technik der 80er stößt an ihre grenzen. Deshalb spielt er Journey`s „Don`t Stop Belivin`“ in der `Mambo Kurt tut so als sei er David Guetta` Version. Den Deichkind Randale Klassiker „Krawall Und Remmidemmi“ präsentiert er uns, wie üblich, auf dem Game Boy. Dieser kann nämlich bis zu drei Tackte als Synthesizer speichern und loopen. Um der jüngeren Generation dieses Gerät näher zu bringen, lässt er davor erstmal das Super Mario Thema durch laufen. Und ja es ballert immer noch brutal. Rage Against The Machine ballern ebenfalls immer. „Killing In The Name (of)“ spielt er zwar kurz an, switched dann aber rüber zu „I Follow Rivers“ von Lykke Lie, bevor er wieder zum Ursprungs Song zurück kehrt. Das älteste Stück in seinem Repertoire ist “ Rock Around The Clock“ von Billy Haley & His Comets aus dem Jahre 1955, bevor er zu Scooter wechselt. Das Kindertechno Inferno „Maria (I Like it Loud)“ ist der perfekte Soundtrack um nachts um drei im BMW noch eben zu Mecces zu ballern. (Der Mann hats auch mit BMW). „Smells Like Teen Spirit“ ist der Song der seinen Namen als Mambo Kurt begründete. Da er vor Jahren bei einem Gig Kurt Cobain und Nirvana als Mambo Kurt und sein Mambo Trio aus Seattle betitelte. Danach kommt mit „Country Roads“ wieder ein derber Stielbruch. An dieser Stelle wird klar, warum die Maiwoche diesen Mann in ihrem Programm unter sonstiges führt. Eine klare Einordnung ist einfach nicht möglich. Das sieht man auch bei den nächsten Songs. Auf „Zu Spät“ von der Band Die Ärzte folgt „Baby One More Time“ von Britney Spears. Darauf wiederum „South Of Heaven“ von Slayer. Auch hierzu gibt es eine Anekdote die den darauffolgenden Song erklärt. Denn ein Erlebnis bei der Full Metal Cruse vom Wacken, bei dem sich am letzten Tag die Metal Fans mit den darauffolgenden Karneval Fans vermischten (Wieso man das Boarding auch immer vollstreckt während die erste Kreuzfahrt noch nicht vorüber ist) und so auch die DJ´s nun für beide Gruppen auflegen mussten, ergab es sich das auf „South Of Haven“ plötzlich DJ Ötzi mit „Die Hände Zum Himmel“ aus den Boxen dröhnte, und die Metal Fans drauf ziemlich steil gingen. Auch nice, Mambo spielt auf den Beat von „Rythm Is A Dancer“ (Snap) den Text von Alligatoah`s „Willst Du (Mit Mir Drogen Nehmen?). Mit „Dooky“ von Green Day und Queen`s „We Are The Champoins“ beschließt er seinen Set um 23:00 Uhr. Länger darf er auch nicht. Es sei noch zu erwähnen das er bei einem Medley bestehend aus u.a. Dr. Alban`s „Sing Hallelujah“ und „Fire Water Burn“ von der Bloodhound Gang sich einige GoGo Tänzer*innen auf die Bühne holt. Denn diese Songs seinen wünsche der Veranstalter und bei derart bekloppten Songs brauch er GoGo`s (seine Aussage). Na dann GoGo Gedged Heimorgel. Die Massenorg(ie)l ist vorbei. Cheers

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