23 Jahre Skatehalle Osnabrück

19.12.2025 Skatehalle /Bastard Club OS: Die Barhocker, Havn, Bottleneck Breakers, Rezet

Seit 23 Jahren kann man in Osnabrück überdacht skaten und dabei sogar live Musik erleben. Da soll noch einer sagen Kultur ist in Osnabrück tot. Es gibt sie noch die Orte die sich gegen das Kultursterben stemmen. Warum also nicht mit etwas Krawall und Remmidemmi, oder wie unser Bundesburns sagen würde, Rambo Zambo, das ganze feiern?

Merry Chrysler everyone. Zum quasi Jahresabschlusskonzert. Eigentlich war ein Gig von Rezet schon zu Beginn des Jahres zusammen mit Savage Blood in Osna geplant. Durch die Schließung des Bastard Clubs am alten Standort musste das ganze allerdings, vorerst , abgesagt werden. Der heute Gig im Rahmen des 23. Jährigen Jubiläums der Skatehalle ist quasi der Ersatz. So geil es auch ist. Es wirkt etwas arg zusammen gesetzt wenn man sich das Line Up ansieht.

Das merkt man auch gleich zu Beginn. Die Barhocker ist eine Akustik Rock Band. Drei Männer, zwei Akustikgitarren, ein Cajon und zwei Bongos, eine Mundharmonika und schon hat man die perfekte Kneipenband. Das Frontdrop…ja es klebt vorne an der Monitorbox, im Stile der RAF ist maximal schwarzhumorig und gerade in dieser hochpolitischen Zeit vielleicht etwas zu gewagt. Die Musik ist allerdings weniger meine Baustelle. Nach drei Songs beschließe ich lieber noch mal nach Oben in die Bar zu gehen.

Havn sind er erste richtige Stilbruch des Abends. Die Jungs spielen Metalcore mit deutschen Texten. Titel wie das eröffnende „Schwarzer Himmel“, „Bojour Tristesse“ oder „Angst“ beweisen, das sich auf deutsch immer noch am besten Negativität verbreiten lässt. Auch wenn mit Titel wie „Katharsis“ ein wenig Hoffnung auf komm, beweist das letzte stück dass das Leben auch „Ballast“ sein kann.

Stilbruch die zweite. Mit den Bottleneck Breakers bekommen wir eine Band die näher am Rock N`Roll von Motörhead wildert als an der Musik der übrigen Bands. Auch optisch setzt man mit dem Mofa Lenker, inklusive Scheinwerfer (der leider heute den Dienst verweigert) am Mikrofonständer, ein optisches Oldschool Statement. Und weil die Band schon so nah an Lemmys Jungs dran ist spielt man mit „Run Rudolph Run“ auch gleich ein Cover zu ehren des Mannes der, ausgehend vom Zeitraum des Konzertes, in 5 Tagen seinen 80. Geburtstag betrunken hätte. Alles gute Lemmy

Der Stilbruch zu Rezet ist , Lemmy sei Dank, jetzt nicht ganz so groß. Die deutschen Thrasher mit dänischer Unterstützung eröffnen mit „Time To Die“ und „Unholy Grail“ ihren Set. Sänger und Gitarrist Richard Wagner… Ja der heißt wirklich so, hat sich heute für ein elegantes Bordeauxrotes Hemd mit schwarzem Jackett entscheiden. Kombiniert es dann aber trotzdem mit Patronengurt und Turnschuhen. Musikalisch bleibt das Gaspedal das gesamte Set durch am Bodenblech angespaxt. „Toxic Avanger“ , „Duck & Cover“, „Thruth In Between“ alles Highspeed Nummern. Dabei behält die Band aber dennoch eine melodische Note die den Songs auch eine gewisse Eingängigkeit verleiht. Oder um es mit den Worten meines Nebenmannes zu sagen `Einfach deutsche Megadeth`. Nach „Dead City“ ist leider schon Schluss. Obwohl mit „Devil`s Bride“, „Metal Rite“ und „Paranoid In Paradise“ noch drei Songs auf der Setlist stehen läuft bereits das Outro „Heute Hier, Morgen Dort“ von Hannes Wader. Apropos Setlist. Fronter Richard und Basser Lorenz Kandolf (aus Dänemark) stehen nach dem Gig am Merchtable. Auf Nachfrage nach ihren Unterschriften auf der Setlist, entnimmt Richard mir, und einer ebenfalls anwesenden Freundin, das Schriftstück und entführt es Backstage. Nach ca 3 Min. kommt er mit zwei komplett von der Band signierten Setlist zurück. Währenddessen haben wir ein sehr angenehmes Gespräch mit Basser Lorenz über die dänische Metalszene und etwaige Metal bezogene Themen. Der Mann ist von uns so angetan das er uns kurzerhand jeweils ein Exemplar ihres selbst betitelten 2024 Albums schenkt. Ist das Fanservice oder was? Mit diesen Worten beschließe ich diesen Artikel, wünsche euch allen Merry Crisis und Cheers.

2 thoughts on “23 Jahre Skatehalle Osnabrück

  1. Dark Angel says:

    Das war ein abwechslungsreiches und interessantes Konzertprogramm, aber zum Schluss der Veranstaltung wurde es trotz Wollsocken doch recht fußkalt.
    Daher glaube ich nicht, dass der Bastard Club dort perspektivisch eine Zukunft hat. Es ist praktisch unmöglich, so eine Halle im Winter zu nutzen.

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