Das dieses Review seit geraumer Zeit von mir (Inquisitor) und Thomas (TKL) gemeinsam geschrieben wird, habt ihr ja schon gemerkt. Doch dieses Jahr Hat Thomas sich die Mühe gemacht gleich ein eigenes Review zu verfassen welches ich euch hier als Alternative zu meiner Sichtweise zur Verfügung stelle. Viel spaß
Freitag, 26.06.2026
Seven Blood, Seasons in Black, April Art, The Halo Effect, Hämatom
Und wieder einmal zog es uns nach BaWü ins beschauliche Dischingen zum Rock am Härtsfeldsee, um den lieblichen Klängen der verzerrten Gitarren zu lauschen und die eine oder andere Gerstenkaltschale zu schlürfen.
Es war schon recht mollig warm, als wir die Unterkunft bezogen haben. Eine Ferienwohnung unterm Dach. Na, das wird spannend, hatte ich mir schon so gedacht.
Um 17:30 Uhr sollte die erste Band spielen, sodass wir zeitig vor Ort waren, um unsere Festivalbändchen abzuholen. Da standen wir nun in der prallen Sonne und haben auf Einlass gewartet. Um ca. 17 Uhr öffneten sich dann die Pforten zum Gelände.
Erst mal alle möglichen Bekannten am Bierstand und an der Schmalzbrotbude begrüßt. Im eigentlichen Festzelt ging es zu dem Zeitpunkt temperaturmäßig noch einigermaßen. Das sollte sich aber noch ändern.
Als Erstes enterten die Jungs und Mädels von Seven Blood die Bühne. Die vier Berliner lieferten eine anständige Show ab. Die Sängerin in ihrem kurzen Röckchen kam mir da ein bisschen fehl am Platz vor. Ist aber nur meine bescheidene Meinung. Ein großer Teil der Crowd feierte die Band aber ganz gut ab, sodass man glauben könnte, dass die Mucke den meisten schon gefällt.
Nach einer kurzen Umbaupause kamen Seasons in Black, um dem Publikum ihren Mix aus Death, Hardcore, Punk und Doom um die Ohren zu hauen. Ich gestehe, dass ich bislang nichts von der Band gehört habe. Bands mit „Black“ im Namen gibt es ja mittlerweile zuhauf und, ehrlich gesagt, langweilt mich das so langsam, weil dabei null Fantasie beim Bandnamen vorhanden ist. Vom Set der Bayern habe ich auch nicht zu viel mitbekommen, weil ich mich zur Signing-Session bei The Halo Effect angestellt und mich danach mit einem Schmalzbrot gestärkt habe.
Bei der nächsten Band, April Art, habe ich mich dann wieder in das saunaähnliche Festzelt begeben. Die Gießener sind zum zweiten Mal in Dischingen und liefern mal wieder voll ab. Sängerin Lisa-Marie Watz wetzt auf der Bühne hin und her. Bei den Temperaturen eine echte Höchstleistung. Aber auch Basser Julian Schütze und Gitarrero Chris Bunnell lassen sich nicht lumpen und geben echt alles. Chapeau kann ich dazu nur sagen. Mir wird vom Zuschauen schon warm. Zeitweise erinnert mich der Auftritt der Band an Guano Apes, was den Gießenern aber nicht ganz gerecht wird. April Art spielen einen Mix aus klassischem Metal und Metalcore. Die Stimme von Lisa-Marie ist wirklich klasse und dass die Band auch von anderen großen Festivals gebucht wird, ist da kein Wunder.
Was soll man noch über The Halo Effect erzählen? Man könnte in Lobhudelei verfallen oder einfach sagen, dass die Jungs eine Klasse für sich sind. In meinen Augen sind das die eigentlichen Headliner. Alles sitzt und klingt von Anfang bis Ende. Die Göteborger verstehen einfach, wie sie mit ihrem Melodic Death die Crowd fesseln können. Für mich ein Phänomen, wie Sänger Mikael Stanne den Gig komplett in Jacke durchgezogen hat. Bei den Temperaturen echt ein Wunder.
Als Hämatom endlich dran waren, könnte man sagen, dass die Leute mächtig auf Temperatur waren – im wahrsten Sinne des Wortes. Man muss dazu sagen: Entweder man mag das, was die machen, oder eben nicht. Irgendwie ist das weder Fisch noch Fleisch. „Neue Deutsche Härte“, sagt mein Gedächtnis. Und na ja … es ist Rock beziehungsweise Metal mit deutschen Texten. Aber es ist nicht nur etwas für die Ohren, sondern auch für die Augen. Das Quartett liefert voll ab. Seit 2024 ist Annika „Rose“ Jaschke als zweite Gitarristin dabei – als Ersatz für den verstorbenen „West“. Die Band verwandelt das Festzelt in ein Irrenhaus. Und ja, auch wenn ich mir einen anderen Headliner gewünscht hätte: Das Quartett hat wirklich abgeliefert. Das kann man so stehen lassen.
Es ist ca. 1 Uhr nachts und immer noch übelst warm. Ab geht’s in die warme Unterkunft. Na denn, gute Nacht.
Samstag, 27.06.2026
Tailgunner, Saint City Orchestra, Warmen, Beast in Black, Feuerschwanz
Am nächsten Tag ging die Hitzeschlacht weiter. Opener für Samstag waren Tailgunner. Es war mir im Vorfeld echt schleierhaft, warum man diese Band als Anheizer quasi verheizt. Gelten die Briten doch als DER vielversprechende Neuling in der Szene. Aber der Veranstalter wird schon seine Gründe dafür gehabt haben.
Es ging auch sofort mit Vollgas los. Der Bereich vor der Bühne füllte sich sehr schnell, als die Band loslegte. Der Sound war übrigens an beiden Tagen echt super – druckvoll und klar. Tailgunner lieferten echt eine super Show ab. Der Stil der Band ist klassischer Metal mit Speed- und Power-Metal-Einschlag. Zeitweise klang es für mich ein bisschen wie die jüngere Version von Iron Maiden. Dazu passt auch, dass der Basser echt der kleine Bruder von Steve Harris sein könnte. Nicht nur das Aussehen, sondern auch sein Stil, den Bass zu spielen, erinnert mich total an den Maiden-Bassmann.
Als Nächstes enterten Saint City Orchestra die Bühne. In ihrer Vita steht: Irish Folk, Folk-Punk, Punkrock. Um es kurz zu machen: Mich hat die Musik nicht vom Hocker gehauen. Das ist einfach nicht die Musik, die ich auf einem Metal-Festival hören möchte. Ich mag das genauso wenig wie im Jahr zuvor Versengold. Und da ich nicht wirklich zugehört und zugeschaut habe, kann ich dazu auch nicht wirklich etwas sagen.
Eigentlich wollte ich an dem Wochenende gerne die eine oder andere Hopfenkaltschale vernichten. Aufgrund der brütenden Hitze habe ich tatsächlich Wasser getrunken. Ein Novum für mich auf einem Festival. Das beschreibt aber in etwa, welche klimatischen Bedingungen im Zelt geherrscht haben.
Als Nächstes stehen die Finnen von Warmen auf der Bühne. Gegründet wurde die Band im Jahr 2000 vom Children of Bodom-Keyboarder Janne „Warman“ Wirman und Gitarrist Sami Virtanen. Sie spielen Melodic Death beziehungsweise Progressive Metal. Stilistisch erinnert mich die Musik tatsächlich an Children of Bodom, wobei das nicht als negative Kritik angesehen werden sollte. Zumindest halten sie damit ein bisschen das Andenken an Alexi Laiho hoch, der 2020 leider viel zu früh verstorben ist. Die Band spielt ein ordentliches Set ohne Fehl und Tadel und hinterlässt einen positiven Eindruck bei mir.
Kommen wir also zur nächsten Band mit dem Wort „Black“ im Namen: Beast in Black. Nomen est Omen: Sänger Anton Kabanen sang vorher bei Battle Beast. Die Finnen spielen klassischen Power Metal, wobei durchaus auch Anleihen von Judas Priest, Accept oder Helloween durchklingen, was durchaus hörenswert ist. Die Jungs aus Helsinki geben echt Gas und ich glaube, zeitweise floss der Schweiß des Publikums an den Zeltwänden herunter, so heiß war es im Festzelt. Mir persönlich hat es echt gefallen. Der Auftritt machte definitiv Lust auf mehr.
Als letzte Band des Abends und des Wochenendes standen Feuerschwanz auf der Bühne. Die Mittelalter-Rocker aus Erlangen waren, wenn ich mich nicht irre, zum dritten Mal in Dischingen am Härtsfeldsee. Nun, die Truppe versteht ihr Handwerk und zieht die Leute gleich auf ihre Seite. Ein solides Set ohne große Überraschungen.
Mein persönlicher Fall war es nicht und deswegen habe ich mich schon zeitig auf den Weg gemacht, um auf das Taxi zu warten, das uns wieder zur Unterkunft bringen sollte.
Ich möchte mich persönlich beim gesamten Team von RaH Dischingen bedanken. Ihr habt mal wieder einen Bombenjob gemacht. Was die Organisation angeht, habe ich wirklich nichts zu kritisieren.
Ein großer Dank geht an das Taxiunternehmen Markus Gruber aus Dischingen. Jedes Jahr fährt er uns zum Festival und holt uns nachts wieder ab. Dankeschön, Markus!
Ein weiterer Dank geht an den Gasthof Stern für die Unterkunft und das ausgezeichnete Frühstück.
Zu guter Letzt geht noch ein Dank an das Café Magic in Dischingen. Es war einfach fantastisch. Preis-Leistung war spitzenmäßig. (TKL)
